Fall-Kontroll-Studieunabhängige GegenprüfungAbstract geprüft I-ORG-120 Standardprüfung
Stillen und Größe der Rachenmandel bei Vorschulkindern
Impact of Breastfeeding Duration on Adenoid Hypertrophy, Snoring and Acute Otitis Media: A Case-Control Study in Preschool Children.
Kurzüberblick
Zwierz A et al.. J Clin Med 2023 · PMID 38137751 · DOI 10.3390/jcm12247683
Längeres Stillen war mit weniger Schnarchen und weniger Mittelohrentzündungen verbunden, aber nicht mit kleineren Rachenmandeln.
Unterstützt die Studie die konkrete Behauptung? Nein · Methodische Qualität: niedrig
Verständliche Zusammenfassung
Studie einfach erklärt
- Was wollten die Forschenden herausfinden?
Die Stilldauer zur Größe der Rachenmandel und zum Schnarchen in Beziehung setzen
- Wie wurde die Studie durchgeführt?
Fall-Kontroll-Studie
- Wie viele Menschen, Tiere oder Proben wurden untersucht?
145 polnische Kinder im Alter von 3-5 Jahren
- Was wurde tatsächlich festgestellt?
Kein Einfluss auf die Größe der Rachenmandel; weniger Schnarchen und AOM
- Wie groß war der beobachtete Effekt?
Schnarchrisiko >4-fach bei <3 Monaten
- Was bedeuten die Ergebnisse im Alltag?
Stillen hat Vorteile, scheint aber eine Vergrößerung der Rachenmandel nicht zu verhindern
- Welche Einschränkungen hat die Studie?
Klein, Recall Bias
- Was sagt sie über Elawadys konkrete Behauptung aus?
Widerspricht der Behauptung
- Gelten die Ergebnisse auch für Deutschland und Europa?
Europäisch
- Was lässt sich aus dieser Studie ausdrücklich nicht schließen?
Kann keine Kausalität beweisen
Wissenschaftliche Detailprüfung
1. Vollständige Quellenangabe
- Autorinnen und Autoren
- Zwierz A et al.
- Fachzeitschrift
- J Clin Med
- Jahr
- 2023
- Identifikator
- PMID 38137751 DOI 10.3390/jcm12247683
- Verifizierung
- verifiziert – PubMed efetch 2026-10-26; Crossref works API 2026-10-26
- Zurückgezogen
- nein
- Korrekturen
- keine
- Geprüfter Umfang
- nur Abstract
- Interessenkonflikte und Finanzierung
Im Abstract nicht angegeben.
2. Forschungsfrage
Hängt die Stilldauer mit der Größe der Rachenmandel, mit Schnarchen und mit akuter Mittelohrentzündung zusammen?
3. Studiendesign und Population
- Studiendesign
- Fall-Kontroll-Studie – Fall-Kontroll-Studie bei Vorschulkindern in einer HNO-Ambulanz
- Population
145 Kinder im Alter von 3-5 Jahren
- Land
Polen
- Zeitraum
2022-2023
- Stichprobengröße
145
- Ein- und Ausschlusskriterien
Kinder, die in der HNO-Ambulanz mit Nasopharyngoskopie aufgenommen wurden
4. Methoden und Endpunkte
- Exposition / Intervention
Stilldauer (1, 3, 6+ Monate)
- Vergleichsgruppe
Kürzeres Stillen
- Endpunkte
Größe der Rachenmandel (A/C-Verhältnis), Schleimbelag, Schnarchen, AOM
- Statistische Methoden
Univariable und multivariable Analyse
5. Tatsächliche Ergebnisse
- Ergebnisse
Stillen über 3 und 6 Monate oder länger verringerte das Schnarchen (p = 0,021; p = 0,039); Stillen < 3 Monate war ein unabhängiger Faktor für Schnarchen (mehr als vierfaches Risiko). Die Stilldauer hatte KEINEN Einfluss auf die Größe der Rachenmandel, den Schleimbelag oder das Schlafen mit offenem Mund. Stillen war mit weniger AOM verbunden.
- Absolute Risiken
Nicht berichtet
- Schlussfolgerung der Autorinnen und Autoren
Längeres Stillen war mit weniger Schnarchen und akuter Mittelohrentzündung (AOM) verbunden, nicht aber mit der Größe der Rachenmandel; der Zusammenhang mit dem Schnarchen läuft wahrscheinlich über die kraniofaziale Entwicklung und den Muskeltonus.
6. Stärken
- Endoskopische Messung der Größe der Rachenmandel
7. Schwächen
- Kleine Klinikstichprobe
- Erinnerung an das Stillen
- Confounding
8. Risiko systematischer Verzerrungen
- Orientierendes Instrument
- ROBINS-E
- Art der Einschätzung
- vereinfachte Einschätzung (nur Abstract)
- Formale Vollbewertung
- nein
- Gesamturteil Biasrisiko
- hoch
- Begründung
Kleine Fall-Kontroll-Studie, Recall Bias.
9. Bewertung der statistischen Interpretation
Im Abstract nur p-Werte.
10. Relevanz für die konkrete Aussage
Misst die Größe der Rachenmandel direkt im Verhältnis zur Säuglingsernährung.
11. Unabhängige Gegenbefunde
Storari 2021 legt einen Schutz vor Schnarchen nahe.
12. Übertragbarkeit auf Deutschland und Europa
Europäische (polnische) Stichprobe.
13. Methodisches Gesamturteil
Widerspricht der Behauptung, die Säuglingsernährung bestimme die Vergrößerung der Rachenmandel; schwache Studie.
| Mehrdimensionale Bewertung | |
|---|---|
| Authentizität der Quelle | verifiziert |
| Methodische Qualität | niedrig |
| Biasrisiko | hoch |
| Präzision der Ergebnisse | niedrig |
| Direkte Relevanz | direkt |
| Reproduzierbarkeit | unbekannt |
| Konsistenz mit der Gesamtevidenz | gemischt |
| Regionale Übertragbarkeit | moderat |
| Angemessenheit der Interpretation (durch das Archiv) | nicht anwendbar |
14. Offene Fragen
Replikation in prospektiven Kohorten.
15. Verknüpfte Faktenchecks
- Kinder, die von klein auf „richtiges Essen“ essen, entwickeln keine vergrößerten Mandeln, Polypen oder Blinddarmentzündungen; Säuglingsmilchnahrung und Babygetreidebrei sind der Grund, warum Kinder diese Operationen brauchen. – Studien, die der Behauptung widersprechen oder sie einschränken