Randomisierte kontrollierte Studieunabhängige GegenprüfungAbstract geprüft★ wichtige Studie I-SOD-124 Tiefenprüfung

Phosphorsäure in Cola erhöhte den Kalziumverlust nicht

Carbonated beverages and urinary calcium excretion.

Kurzüberblick

Heaney RP, Rafferty K. Am J Clin Nutr 2001 · PMID 11522558 · DOI 10.1093/ajcn/74.3.343

In einem kontrollierten Test erhöhte colaartige Säure das Kalzium im Urin nicht; nur Koffein tat dies, und nur leicht.

Unterstützt die Studie die konkrete Behauptung? Nein · Methodische Qualität: moderat

Originalpublikation

Verständliche Zusammenfassung

Studie einfach erklärt
Was wollten die Forschenden herausfinden?

Prüfen, ob Inhaltsstoffe von Softdrinks dazu führen, dass der Körper Calcium verliert.

Wie wurde die Studie durchgeführt?

Randomisierter Crossover-Test verschiedener Getränke.

Wie viele Menschen, Tiere oder Proben wurden untersucht?

Junge Frauen, die täglich Softdrinks trinken.

Was wurde tatsächlich festgestellt?

Phosphorsäure hatte keine Wirkung; Koffein eine kleine.

Wie groß war der beobachtete Effekt?

Etwa 0,25 mmol zusätzliches Calcium mit Koffein.

Was bedeuten die Ergebnisse im Alltag?

Colasäure „entzieht“ dem Körper kein Calcium; wichtiger könnte sein, Cola anstelle von Milch zu trinken.

Welche Einschränkungen hat die Studie?

Kurzzeittest.

Was sagt sie über Elawadys konkrete Behauptung aus?

Widerspricht dem Mechanismus der Behauptung.

Gelten die Ergebnisse auch für Deutschland und Europa?

Anwendbar.

Was lässt sich aus dieser Studie ausdrücklich nicht schließen?

Kann Langzeiteffekte nicht ausschließen.

Wissenschaftliche Detailprüfung

1. Vollständige Quellenangabe

Autorinnen und Autoren
Heaney RP, Rafferty K
Fachzeitschrift
Am J Clin Nutr
Jahr
2001
Identifikator
PMID 11522558 DOI 10.1093/ajcn/74.3.343
Verifizierung
verifiziert – PubMed efetch 2026-10-26 + Crossref 2026-10-26
Zurückgezogen
nein
Korrekturen
keine
Geprüfter Umfang
nur Abstract
Interessenkonflikte und Finanzierung

Im Abstract-Eintrag nicht angegeben

2. Forschungsfrage

Erhöhen Bestandteile kohlensäurehaltiger Getränke (Phosphor- vs. Citronensäure, Koffein) die Calciumausscheidung im Urin?

3. Studiendesign und Population

Studiendesign
Randomisierte kontrollierte Studie – Randomisierte Crossover-Studie im unvollständigen Blockdesign zu akuten Getränkewirkungen
Population

Frauen im Alter von 20–40 Jahren, die gewohnheitsmäßig täglich mindestens 680 mL kohlensäurehaltige Getränke tranken

Land

USA

Zeitraum

2001

Stichprobengröße

Im Abstract nicht angegeben

Ein- und Ausschlusskriterien

Gewohnheitsmäßige Konsumierende kohlensäurehaltiger Getränke

4. Methoden und Endpunkte

Exposition / Intervention

Vier kohlensäurehaltige Getränke (mit/ohne Koffein; Phosphor- oder Citronensäure), 567 mL

Vergleichsgruppe

Wasser (neutral); Milch (Positivkontrolle)

Endpunkte

Calcium, pH, Säuregehalt, Natrium, Kreatinin im Urin über 5 Stunden

Statistische Methoden

Vergleiche mit Wasser

5. Tatsächliche Ergebnisse

Ergebnisse

Im Vergleich zu Wasser stieg das Calcium im Urin nur bei den Milchgetränken und den beiden koffeinhaltigen Getränken signifikant an; die überschüssige Calciumausscheidung betrug etwa 0,25 mmol, ähnlich wie bei Koffein allein. Phosphorsäure ohne Koffein führte zu keiner überschüssigen Calciumausscheidung und verstärkte die Koffeinwirkung nicht.

Absolute Risiken

nicht zutreffend

Schlussfolgerung der Autorinnen und Autoren

Der Nettoeffekt der Bestandteile kohlensäurehaltiger Getränke auf den Calciumhaushalt ist vernachlässigbar; Effekte auf das Skelett sind wahrscheinlich auf die Verdrängung von Milch zurückzuführen.

6. Stärken

  • Randomisiertes Design
  • Trennt Phosphorsäure von Koffein

7. Schwächen

  • Akuter (5-Stunden-)Endpunkt
  • Klein; nur Frauen
  • Förderung im Abstract nicht angegeben

8. Risiko systematischer Verzerrungen

Orientierendes Instrument
RoB 2
Art der Einschätzung
vereinfachte Einschätzung (nur Abstract)
Formale Vollbewertung
nein
Gesamturteil Biasrisiko
einige Bedenken
Begründung

Akuter Surrogat-Endpunkt.

9. Bewertung der statistischen Interpretation

0,25 mmol (etwa 10 mg) überschüssiges Calcium ist gering (stats/C-SOD-08_bone.py).

10. Relevanz für die konkrete Aussage

Widerspricht direkt dem Mechanismus in C-SOD-08: Phosphorsäure erhöhte den Calciumverlust nicht.

11. Unabhängige Gegenbefunde

Langzeitstudien zu Phosphorsäure und Knochen fehlen.

12. Übertragbarkeit auf Deutschland und Europa

Anwendbar.

13. Methodisches Gesamturteil

Bester direkter Test der Phosphorsäure-Hypothese; negativ.

Mehrdimensionale Bewertung
Mehrdimensionale Bewertung
Authentizität der Quelleverifiziert
Methodische Qualitätmoderat
Biasrisikoeinige Bedenken
Präzision der Ergebnisseniedrig
Direkte Relevanzdirekt
Reproduzierbarkeitteilweise repliziert
Konsistenz mit der Gesamtevidenzkonsistent
Regionale Übertragbarkeithoch
Angemessenheit der Interpretation (durch das Archiv)nicht anwendbar

14. Offene Fragen

Chronische Exposition.

15. Verknüpfte Faktenchecks