Kohortenstudieunabhängige GegenprüfungAbstract geprüft★ wichtige Studie I-SOD-125 Tiefenprüfung

Erfrischungsgetränke mit etwas mehr Nierenerkrankungen verbunden

Sweetened Beverage Intake and Incident Chronic Kidney Disease in the UK Biobank Study.

Kurzüberblick

Heo GY et al.. JAMA Netw Open 2024 · PMID 38416492 · DOI 10.1001/jamanetworkopen.2023.56885

Unter 127.830 Erwachsenen im Vereinigten Königreich war mehr als ein zuckerhaltiges oder Light-Erfrischungsgetränk pro Tag mit einem um 19–26 % höheren Risiko für eine chronische Nierenerkrankung verbunden.

Unterstützt die Studie die konkrete Behauptung? Teilweise · Methodische Qualität: hoch

Originalpublikation

Verständliche Zusammenfassung

Studie einfach erklärt
Was wollten die Forschenden herausfinden?

Gesüßte Getränke und Nierenerkrankung untersuchen.

Wie wurde die Studie durchgeführt?

UK-Biobank-Kohorte über etwa 10 Jahre.

Wie viele Menschen, Tiere oder Proben wurden untersucht?

127.830 Erwachsene; 4459 CKD-Fälle.

Was wurde tatsächlich festgestellt?

Zuckerhaltige und Diät-Getränke mit mehr CKD verbunden; Saft nicht.

Wie groß war der beobachtete Effekt?

HR 1,19 (zuckergesüßt), 1,26 (künstlich gesüßt).

Was bedeuten die Ergebnisse im Alltag?

Wasser anstelle von Softdrinks zu trinken, könnte gut für die Nieren sein.

Welche Einschränkungen hat die Studie?

Beobachtungsstudie; nicht Cola-spezifisch.

Was sagt sie über Elawadys konkrete Behauptung aus?

Stützt einen geringen Zusammenhang; belegt keinen Schaden.

Gelten die Ergebnisse auch für Deutschland und Europa?

Daten aus dem Vereinigten Königreich.

Was lässt sich aus dieser Studie ausdrücklich nicht schließen?

Kann Kausalität nicht belegen.

Wissenschaftliche Detailprüfung

1. Vollständige Quellenangabe

Autorinnen und Autoren
Heo GY et al.
Fachzeitschrift
JAMA Netw Open
Jahr
2024
Identifikator
PMID 38416492 DOI 10.1001/jamanetworkopen.2023.56885
Verifizierung
verifiziert – PubMed efetch 2026-10-26 + Crossref 2026-10-26
Zurückgezogen
nein
Korrekturen
keine
Geprüfter Umfang
nur Abstract
Interessenkonflikte und Finanzierung

Im Abstract-Eintrag nicht angegeben

2. Forschungsfrage

Sind zuckergesüßte Getränke, künstlich gesüßte Getränke und Naturfruchtsaft mit neu aufgetretener CKD verbunden?

3. Studiendesign und Population

Studiendesign
Kohortenstudie – Prospektive bevölkerungsbasierte Kohorte mit Substitutionsanalyse
Population

UK-Biobank-Teilnehmende ohne CKD

Land

Vereinigtes Königreich

Zeitraum

Mediane Nachbeobachtung 10,5 Jahre

Stichprobengröße

127.830; 4459 neu aufgetretene CKD (3,5 %)

Ein- und Ausschlusskriterien

Keine CKD in der Vorgeschichte; mindestens ein Ernährungsfragebogen

4. Methoden und Endpunkte

Exposition / Intervention

Zuckergesüßte Getränke, künstlich gesüßte Getränke, Naturfruchtsaft in Portionen/Tag

Vergleichsgruppe

Nicht Konsumierende

Endpunkte

Neu aufgetretene CKD

Statistische Methoden

Multivariable Cox-Modelle; Substitutionsmodelle

5. Tatsächliche Ergebnisse

Ergebnisse

Zuckergesüßte Getränke >1 Portion/Tag AHR 1,19 (1,05–1,34). Künstlich gesüßte Getränke >0–1/Tag AHR 1,10 (1,01–1,20); >1/Tag 1,26 (1,12–1,43). Naturfruchtsaft nicht verbunden (>1/Tag HR 0,99; 0,87–1,11). Ersatz zuckergesüßter durch künstlich gesüßte Getränke: HR 1,03 (0,96–1,10); Ersatz von 1 Portion/Tag zuckergesüßter Getränke durch Saft 0,93 (0,87–0,97) oder Wasser 0,93 (0,88–0,99).

Absolute Risiken

Kumulative Gesamtinzidenz 3,5 %; veranschaulichender Exzess etwa 0,7 Prozentpunkte über 10,5 Jahre bei HR 1,19 (Näherung, stats/C-SOD-09_ckd.py)

Schlussfolgerung der Autorinnen und Autoren

Ein geringerer Konsum von zuckergesüßten oder künstlich gesüßten Getränken könnte das Risiko senken, eine chronische Nierenerkrankung (CKD) zu entwickeln.

6. Stärken

  • Große prospektive Kohorte
  • Endpunkte aus Registerdaten
  • Substitutionsanalyse

7. Schwächen

  • Beobachtungsstudie
  • Cola nicht gesondert analysiert
  • Diabetes und Adipositas als Mediatoren/Störfaktoren

8. Risiko systematischer Verzerrungen

Orientierendes Instrument
ROBINS-E
Art der Einschätzung
vereinfachte Einschätzung (nur Abstract)
Formale Vollbewertung
nein
Gesamturteil Biasrisiko
einige Bedenken
Begründung

Residual Confounding.

9. Bewertung der statistischen Interpretation

Geringe relative Zusammenhänge; der ähnliche Zusammenhang bei künstlich gesüßten Getränken spricht gegen Zucker allein und deutet auf Confounding oder andere Bestandteile hin.

10. Relevanz für die konkrete Aussage

Stützt einen geringen Zusammenhang zwischen Softdrinks und CKD (C-SOD-09) und ersetzt die einzelne Fall-Kontroll-Studie aus den 1980er-Jahren als wichtigste Evidenz.

11. Unabhängige Gegenbefunde

Metaanalyse von Lo 2021 (I-SOD-126): gepoolte RR nicht signifikant.

12. Übertragbarkeit auf Deutschland und Europa

Daten aus dem Vereinigten Königreich.

13. Methodisches Gesamturteil

Beste prospektive Evidenz; Zusammenhang gering; Kausalität nicht belegt.

Mehrdimensionale Bewertung
Mehrdimensionale Bewertung
Authentizität der Quelleverifiziert
Methodische Qualitäthoch
Biasrisikoeinige Bedenken
Präzision der Ergebnissehoch
Direkte Relevanzdirekt
Reproduzierbarkeitteilweise repliziert
Konsistenz mit der Gesamtevidenzgemischt
Regionale Übertragbarkeithoch
Angemessenheit der Interpretation (durch das Archiv)nicht anwendbar

14. Offene Fragen

Cola-spezifische und Phosphorsäure-spezifische Effekte.

15. Verknüpfte Faktenchecks