Kohortenstudieunabhängige GegenprüfungAbstract geprüft★ wichtige Studie I-SRC-113 Tiefenprüfung

Rauchen kostet mehr als zehn Lebensjahre

21st-century hazards of smoking and benefits of cessation in the United States.

Kurzüberblick

Jha P et al.. N Engl J Med 2013 · PMID 23343063 · DOI 10.1056/NEJMsa1211128

Unter mehr als 200.000 Erwachsenen in den USA starben Rauchende etwa dreimal so häufig wie Menschen, die nie geraucht hatten; ein Rauchstopp vor 40 beseitigte etwa 90 % des Zusatzrisikos.

Unterstützt die Studie die konkrete Behauptung? Nein · Methodische Qualität: hoch

Originalpublikation

Verständliche Zusammenfassung

Studie einfach erklärt
Was wollten die Forschenden herausfinden?

Die Schäden des Rauchens und den Nutzen des Aufhörens messen

Wie wurde die Studie durchgeführt?

Nationale Kohorte

Wie viele Menschen, Tiere oder Proben wurden untersucht?

202.248 Erwachsene

Was wurde tatsächlich festgestellt?

Dreifache Sterblichkeit; >10 Lebensjahre verloren

Wie groß war der beobachtete Effekt?

HR 3,0 Frauen, 2,8 Männer

Was bedeuten die Ergebnisse im Alltag?

Rauchen ist tödlich; Aufhören hilft

Welche Einschränkungen hat die Studie?

Selbstauskunft

Was sagt sie über Elawadys konkrete Behauptung aus?

Widerspricht der Behauptung

Gelten die Ergebnisse auch für Deutschland und Europa?

Hoch

Wissenschaftliche Detailprüfung

1. Vollständige Quellenangabe

Autorinnen und Autoren
Jha P et al.
Fachzeitschrift
N Engl J Med
Jahr
2013
Identifikator
PMID 23343063 DOI 10.1056/NEJMsa1211128
Verifizierung
verifiziert – PubMed efetch 2026-10-26; Crossref works record checked
Zurückgezogen
nein
Korrekturen
keine
Geprüfter Umfang
nur Abstract
Interessenkonflikte und Finanzierung

Förderung durch NIH, CIHR und das britische MRC.

2. Forschungsfrage

Wie hoch sind die aktuellen Sterblichkeitsrisiken des Rauchens und der Nutzen des Aufhörens in den USA?

3. Studiendesign und Population

Studiendesign
Kohortenstudie – Prospektive Kohorte (US National Health Interview Survey, verknüpft mit Sterberegistern)
Population

Erwachsene in den USA ab 25 Jahren, 1997-2004 befragt

Land

USA

Zeitraum

Todesfälle bis 31. Dezember 2006

Stichprobengröße

113.752 Frauen und 88.496 Männer; 15.715 Todesfälle

Ein- und Ausschlusskriterien

Teilnehmende einer national repräsentativen Befragung

4. Methoden und Endpunkte

Exposition / Intervention

Aktuelles Rauchen; Alter beim Aufhören

Vergleichsgruppe

Nie Rauchende

Endpunkte

Gesamtsterblichkeit und ursachenspezifische Sterblichkeit

Statistische Methoden

Cox-HR (99-%-KI), adjustiert für Alter, Bildung, Adipositas, Alkohol

5. Tatsächliche Ergebnisse

Ergebnisse

Gesamtsterblichkeit HR aktuell Rauchende vs. nie Rauchende: Frauen 3,0 (99-%-KI 2,7-3,3), Männer 2,8 (2,4-3,1). Wahrscheinlichkeit, vom 25. bis zum 79. Lebensjahr zu überleben: 70 % vs. 38 % (Frauen), 61 % vs. 26 % (Männer). Lebenserwartung um mehr als 10 Jahre verkürzt. Aufhören im Alter von 25-34, 35-44 oder 45-54 Jahren gewann etwa 10, 9 und 6 Jahre.

Absolute Risiken

Überleben bis 79: 70 % vs. 38 % (Frauen); 61 % vs. 26 % (Männer).

Schlussfolgerung der Autorinnen und Autoren

Rauchende verlieren mindestens ein Jahrzehnt an Lebenserwartung; ein Rauchstopp vor dem 40. Lebensjahr verringert das zusätzliche Sterberisiko um etwa 90 %.

6. Stärken

  • National repräsentativ
  • Groß

7. Schwächen

  • Selbstberichtetes Rauchen
  • Beobachtungsstudie

8. Risiko systematischer Verzerrungen

Orientierendes Instrument
ROBINS-E
Art der Einschätzung
vereinfachte Einschätzung (nur Abstract)
Formale Vollbewertung
nein
Gesamturteil Biasrisiko
niedrig
Begründung

Die Effektgröße ist weit größer als plausibles Confounding.

9. Bewertung der statistischen Interpretation

Großer Effekt (HR etwa 3) mit engen Konfidenzintervallen; absolute Überlebensunterschiede 32-35 Punkte (stats/C-SRC-62_smoking.py).

10. Relevanz für die konkrete Aussage

Widerspricht direkt „Zigaretten sind nützlich oder nicht schädlich“.

11. Unabhängige Gegenbefunde

I-SRC-126 (umgekehrte Zusammenhänge mit wenigen Erkrankungen gleichen die Schäden nicht aus).

12. Übertragbarkeit auf Deutschland und Europa

Übertragbar.

13. Methodisches Gesamturteil

Hochwertige Evidenz für einen großen Schaden.

Mehrdimensionale Bewertung
Mehrdimensionale Bewertung
Authentizität der Quelleverifiziert
Methodische Qualitäthoch
Biasrisikoniedrig
Präzision der Ergebnissehoch
Direkte Relevanzdirekt
Reproduzierbarkeitrepliziert
Konsistenz mit der Gesamtevidenzkonsistent
Regionale Übertragbarkeithoch
Angemessenheit der Interpretation (durch das Archiv)nicht anwendbar

14. Offene Fragen

15. Verknüpfte Faktenchecks