Überwiegend falsch Evidenzsicherheit: moderat vorläufig C-VEG-05

Oxalatreiches Blattgemüse (Spinat, Rübenblätter, Mangold) verursacht Nierensteine; jede 100 mg Oxalat aus der Nahrung erhöhen das Oxalat im Urin um etwa 2,7 mg.

Fazit: Blattgemüse verursacht nicht generell Nierensteine; für Steinbildner gelten individuelle Empfehlungen.

Originalaussage

Kein arabischer Originalwortlaut verfügbar.

Übersetzung

Oxalatreiches Blattgemüse (Spinat, Rübenblätter, Mangold) verursacht Nierensteine; jede 100 mg Oxalat aus der Nahrung erhöhen das Oxalat im Urin um etwa 2,7 mg.

Herkunft

Quellenstatus
Archiv-Redaktion
Zuschreibung
Archivredaktion
Herkunft
https://eltayebat.com/rule/leafy-greens-cucurbits/
Unsicherheit der Zuschreibung
Redaktioneller Text und Studienauswahl des Archivs, verfasst von den Archivbetreibern, nicht unbedingt von Elawady.
Behaupteter Wirkmechanismus

Oxalat aus der Nahrung erhöht das Oxalat im Urin und die Kristallisation von Calciumoxalat.

Behaupteter gesundheitlicher Effekt

Nierensteine.

Betroffene Bevölkerungsgruppe

Alle

Geografische Einschränkung durch Elawady

keine gefunden

Wissenschaftliche Bewertung

Überwiegend falsch – Die Aussage ist in wesentlichen Teilen nicht durch die Evidenz gedeckt oder stark übertrieben.

Evidenzsicherheit: moderat – Weitere Forschung könnte die Einschätzung noch beeinflussen.

1. Was wurde behauptet?

Oxalatreiches Blattgemüse verursacht Nierensteine.

2. Was ist daran nachweislich richtig?

Spinat ist die wichtigste Oxalatquelle; ein hoher Spinatverzehr (≥8 Portionen/Monat) war bei Männern (RR 1,30) und älteren Frauen (RR 1,34) moderat mit Steinen verbunden. Oxalat aus der Nahrung trägt zum Oxalat im Urin bei (Crivelli 2020).

3. Was ist falsch oder übertrieben?

Die Autoren der Kohortenstudie schlossen, die Daten „belasten Oxalat aus der Nahrung nicht als wesentlichen Risikofaktor“. Eine an Gemüse und Hülsenfrüchten reiche DASH-Ernährung war mit deutlich weniger Steinen verbunden (RR 0,55–0,60). Die vom Archiv zitierte J-Urol-Studie ist ein Tiermodell mit einer Oxalat-Vorstufe, nicht mit grünem Gemüse; die Zahl „2,7 mg pro 100 mg“ ließ sich anhand der zitierten Quelle nicht überprüfen.

4. Was bleibt ungeklärt?

Die Wirkung eines sehr hohen Spinatverzehrs in bestimmten Bevölkerungen (z. B. in heißen Klimazonen) ist unsicher.

5. Welche Studien sprechen dafür?

Khan 2007 (Rattenmodell); Taylor 2007 (moderater Zusammenhang).

6. Welche Studien sprechen dagegen?

Taylor 2007 (Schlussfolgerung); Taylor 2009 (DASH).

7. Was gilt für Deutschland und Europa?

Europäische Empfehlungen zu Nierensteinen raten zu ausreichend Flüssigkeit und Calcium sowie zu maßvollem Oxalatverzehr bei wiederkehrenden Steinbildnern.

8. Was ist über Ägypten bekannt?

Nierensteine sind in Ägypten häufig; ausreichendes Trinken ist die wichtigste vorbeugende Maßnahme (nicht im Detail geprüft).

9. Welche praktische Schlussfolgerung ist angemessen?

Für die meisten Menschen erhöht der Verzehr von Blattgemüse das Steinrisiko nicht nennenswert; Steinbildner sollten sich individuell beraten lassen.

Bewertungsdetails

Begründung der Evidenzsicherheit

Große Kohorten (240.000 Teilnehmende) fanden nur einen moderaten Zusammenhang zwischen Oxalataufnahme und Steinen bei Männern und älteren Frauen (RR ~1,2), keinen bei jüngeren Frauen; die Autoren schlossen, dass Oxalat aus der Nahrung kein wesentlicher Risikofaktor ist. Eine DASH-artige Ernährung reich an Gemüse und Hülsenfrüchten war mit einem um 40–45 % geringeren Steinrisiko verbunden.

Quellenqualität

Die Zahl 2,7 mg des Archivs steht nicht im Abstract der zitierten J-Urol-Arbeit, die eine Rattenstudie mit Hydroxy-L-Prolin ist und keine Humanstudie zu Oxalat aus der Nahrung.

Regionale Übertragbarkeit

US-Kohorten; mit Vorsicht auf Deutschland und Ägypten übertragbar (Ägypten hat eine hohe Steinprävalenz im Zusammenhang mit Klima und Flüssigkeitsaufnahme; nicht geprüft).

Individuelle Ausnahmen

Menschen mit wiederkehrenden Calciumoxalatsteinen, enteraler Hyperoxalurie oder CKD müssen oxalatreiche Lebensmittel möglicherweise individuell einschränken und auf ausreichend Calcium achten.

Regionaler Geltungsanspruch
allgemein (biologisch/medizinisch)
Zuletzt überprüft
25. Oktober 2026 vorläufig

Einfach erklärt

Spinat und einige andere Blattgemüse enthalten Oxalat, einen Stoff, der in den meisten Nierensteinen vorkommt. In großen Studien hatten Menschen mit der höchsten Oxalataufnahme nur ein leicht erhöhtes Steinrisiko, und die Autoren schlossen, dass Oxalat aus der Nahrung kein wesentlicher Risikofaktor ist. Menschen mit einer Ernährung reich an Gemüse, Obst und Hülsenfrüchten hatten sogar deutlich weniger Nierensteine. Die vom Archiv zitierte Tierstudie untersucht kein Gemüse.

Studien zu dieser Behauptung

Studien, die die Behauptung unterstützen (1)

  • Oxalat-Vorstufe und Nierenkristalle bei Ratten

    Khan SR et al.. J Urol 2007 · PMID 17870111 · DOI 10.1016/j.juro.2007.06.046
    Tierstudievom Tayebat-Archiv zitiertnur Abstract geprüft

    Ratten, die eine Oxalat-Vorstufe erhielten, entwickelten Nierenkristalle, die sich nach dem Absetzen teilweise zurückbildeten.

    Unterstützt die Studie die konkrete Behauptung? Unklar · Methodische Qualität: niedrig · Evidenzsicherheit: siehe Gesamtbewertung der Behauptung

    Originalpublikation · Wissenschaftliche Details

    Studie einfach erklärt
    Was wollten die Forschenden herausfinden?

    Oxalatreduktion bei Ratten testen

    Wie wurde die Studie durchgeführt?

    Tierexperiment

    Wie viele Menschen, Tiere oder Proben wurden untersucht?

    Ratten

    Was wurde tatsächlich festgestellt?

    Kristalle gebildet, teilweise reversibel

    Wie groß war der beobachtete Effekt?

    Nicht zutreffend

    Was bedeuten die Ergebnisse im Alltag?

    Keine direkte Bedeutung für den Gemüseverzehr.

    Welche Einschränkungen hat die Studie?

    Tier; Vorstufe

    Was sagt sie über Elawadys konkrete Behauptung aus?

    Sehr indirekt

    Gelten die Ergebnisse auch für Deutschland und Europa?

    Niedrig

    Was lässt sich aus dieser Studie ausdrücklich nicht schließen?

    Kann nicht zeigen, dass Blattgemüse beim Menschen Steine verursacht.

    Wissenschaftliche Details →

Studien, die der Behauptung widersprechen oder sie einschränken (2)

  • Oxalat aus der Nahrung und Nierensteine

    Taylor EN, Curhan GC. J Am Soc Nephrol 2007 · PMID 17538185 · DOI 10.1681/ASN.2007020219
    Kohortenstudieunabhängige Gegenprüfungnur Abstract geprüft★ wichtige Studie

    Die höchste Oxalataufnahme erhöhte das Steinrisiko in manchen Gruppen nur moderat (um etwa 20 %); Autoren: kein wesentlicher Risikofaktor.

    Unterstützt die Studie die konkrete Behauptung? Nein · Methodische Qualität: hoch · Evidenzsicherheit: siehe Gesamtbewertung der Behauptung

    Originalpublikation · Wissenschaftliche Details

    Studie einfach erklärt
    Was wollten die Forschenden herausfinden?

    Oxalat und Steine

    Wie wurde die Studie durchgeführt?

    Kohorten

    Wie viele Menschen, Tiere oder Proben wurden untersucht?

    240.681

    Was wurde tatsächlich festgestellt?

    Moderater oder kein Zusammenhang

    Wie groß war der beobachtete Effekt?

    RR ~1,2

    Was bedeuten die Ergebnisse im Alltag?

    Blattgemüse ist kein wesentliches Steinrisiko.

    Welche Einschränkungen hat die Studie?

    FFQ

    Was sagt sie über Elawadys konkrete Behauptung aus?

    Widerspricht der allgemeinen Behauptung

    Gelten die Ergebnisse auch für Deutschland und Europa?

    Mittel

    Was lässt sich aus dieser Studie ausdrücklich nicht schließen?

    Trifft keine spezifische Aussage über Steinbildner.

    Wissenschaftliche Details →

  • Gemüsereiche Ernährung und Nierensteine

    Taylor EN et al.. J Am Soc Nephrol 2009 · PMID 19679672 · DOI 10.1681/ASN.2009030276
    Kohortenstudieunabhängige Gegenprüfungnur Abstract geprüft★ wichtige Studie

    Menschen mit einer Ernährung reich an Gemüse, Obst und Hülsenfrüchten hatten etwa 40–45 % weniger Nierensteine.

    Unterstützt die Studie die konkrete Behauptung? Nein · Methodische Qualität: hoch · Evidenzsicherheit: siehe Gesamtbewertung der Behauptung

    Originalpublikation · Wissenschaftliche Details

    Studie einfach erklärt
    Was wollten die Forschenden herausfinden?

    DASH und Steine

    Wie wurde die Studie durchgeführt?

    Kohorten

    Wie viele Menschen, Tiere oder Proben wurden untersucht?

    ~240.000

    Was wurde tatsächlich festgestellt?

    Weniger Steine

    Wie groß war der beobachtete Effekt?

    RR 0,55–0,60

    Was bedeuten die Ergebnisse im Alltag?

    Gemüse schützt eher, als dass es schadet.

    Welche Einschränkungen hat die Studie?

    Beobachtend

    Was sagt sie über Elawadys konkrete Behauptung aus?

    Widerspricht der Behauptung

    Gelten die Ergebnisse auch für Deutschland und Europa?

    Mittel

    Was lässt sich aus dieser Studie ausdrücklich nicht schließen?

    Kann Kausalität nicht beweisen.

    Wissenschaftliche Details →

Studien mit gemischten oder unklaren Ergebnissen (1)

  • Woher das Oxalat im Urin stammt

    Crivelli JJ et al.. Nutrients 2020 · PMID 33379176 · DOI 10.3390/nu13010062
    Narrativer Übersichtsartikelunabhängige Gegenprüfungnur Abstract geprüft

    Oxalat aus der Nahrung trägt zum Oxalat im Urin bei, beeinflusst durch Darmbakterien und Calcium.

    Unterstützt die Studie die konkrete Behauptung? Teilweise · Methodische Qualität: moderat · Evidenzsicherheit: siehe Gesamtbewertung der Behauptung

    Originalpublikation · Wissenschaftliche Details

    Studie einfach erklärt
    Was wollten die Forschenden herausfinden?

    Übersicht zu Oxalat

    Wie wurde die Studie durchgeführt?

    Übersichtsarbeit

    Wie viele Menschen, Tiere oder Proben wurden untersucht?

    Nicht zutreffend

    Was wurde tatsächlich festgestellt?

    Ernährung trägt bei; Darmbakterien modifizieren

    Wie groß war der beobachtete Effekt?

    Nicht zutreffend

    Was bedeuten die Ergebnisse im Alltag?

    Calcium zu den Mahlzeiten und Maßhalten helfen Steinbildnern.

    Welche Einschränkungen hat die Studie?

    Narrativ

    Was sagt sie über Elawadys konkrete Behauptung aus?

    Kontext

    Gelten die Ergebnisse auch für Deutschland und Europa?

    Hoch

    Was lässt sich aus dieser Studie ausdrücklich nicht schließen?

    Kann das Steinrisiko nicht quantifizieren.

    Wissenschaftliche Details →

Regionale Einordnung

Deutschland / EU

Europäische Empfehlungen zu Nierensteinen raten zu ausreichend Flüssigkeit und Calcium sowie zu maßvollem Oxalatverzehr bei wiederkehrenden Steinbildnern.

Ägypten

Nierensteine sind in Ägypten häufig; ausreichendes Trinken ist die wichtigste vorbeugende Maßnahme (nicht im Detail geprüft).

Was gilt in meinem Land?

Allgemeine wissenschaftliche Bewertung

Überwiegend falsch Blattgemüse verursacht nicht generell Nierensteine; für Steinbildner gelten individuelle Empfehlungen.

Für diese Aussage sind folgende Bereiche der Lebensmittelsicherheit relevant:

  • Pestizide und Pestizidrückstände
  • Schadstoffe (Schwermetalle, PFAS, PCB, Dioxine, Nitrat)
  • Krankheitserreger (Salmonellen, Campylobacter u. a.)

Obst und Gemüse

Wählen Sie ein Land, um die geprüften Informationen dafür zu sehen.

Aussagegrenzen: Rechtliche Regeln beschreiben, was erlaubt ist, nicht, was jedes einzelne Lebensmittel enthält. Messdaten stammen aus Stichproben und sind nur mit ihren Methodenangaben aussagekräftig.

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Quellenverzeichnis

  1. Dietary oxalate and calcium oxalate nephrolithiasis.. Khan SR et al.. J Urol 2007 · PMID 17870111 · DOI 10.1016/j.juro.2007.06.046
  2. Oxalate intake and the risk for nephrolithiasis.. Taylor EN, Curhan GC. J Am Soc Nephrol 2007 · PMID 17538185 · DOI 10.1681/ASN.2007020219
  3. DASH-style diet associates with reduced risk for kidney stones.. Taylor EN et al.. J Am Soc Nephrol 2009 · PMID 19679672 · DOI 10.1681/ASN.2009030276
  4. Contribution of Dietary Oxalate and Oxalate Precursors to Urinary Oxalate Excretion.. Crivelli JJ et al.. Nutrients 2020 · PMID 33379176 · DOI 10.3390/nu13010062

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