Kohortenstudievom Tayebat-Archiv zitiertVolltext geprüft★ wichtige Studie A-SOD-05 Tiefenprüfung

Zuckerhaltige und Diätgetränke und Sterblichkeit bei 118.000 US-Erwachsenen

Long-Term Consumption of Sugar-Sweetened and Artificially Sweetened Beverages and Risk of Mortality in US Adults.

Kurzüberblick

Malik VS et al.. Circulation 2019 · PMID 30882235 · DOI 10.1161/CIRCULATIONAHA.118.037401

Zwei oder mehr zuckerhaltige Getränke am Tag: 21 % höheres Sterberisiko; Diätgetränke waren nur beim höchsten Konsum und nur bei Frauen mit dem Risiko verbunden.

Unterstützt die Studie die konkrete Behauptung? Teilweise · Methodische Qualität: hoch

Originalpublikation

Verständliche Zusammenfassung

Studie einfach erklärt
Was wollten die Forschenden herausfinden?

Sind zuckergesüßte und künstlich gesüßte Getränke mit Gesamt- und ursachenspezifischer Sterblichkeit verbunden?

Wie wurde die Studie durchgeführt?

Zwei prospektive Kohorten (HPFS 1986–2014; NHS 1980–2014); wiederholte FFQs; Cox-Modelle.

Wie viele Menschen, Tiere oder Proben wurden untersucht?

118.363 (37.716 Männer; 80.647 Frauen); 36.436 Todesfälle; Beschäftigte in Gesundheitsberufen und Pflegekräfte, zu Beginn frei von chronischen Erkrankungen

Was wurde tatsächlich festgestellt?

Zuckergesüßte Getränke >=2/Tag vs. <1/Mon.: Gesamtsterblichkeit HR 1,21 (1,13–1,28); Herz-Kreislauf-Sterblichkeit 1,31 (1,15–1,50); Krebssterblichkeit 1,16 (1,04–1,29). Künstlich gesüßte Getränke: nur in der höchsten Kategorie, gesamt 1,04 (1,02–1,12), Herz-Kreislauf 1,13 (1,02–1,25); Zusammenhang in NHS, aber nicht in HPFS (P für Interaktion 0,01); nicht mit Krebssterblichkeit.

Wie groß war der beobachtete Effekt?

HR 1,21 gesamt, 1,31 Herz-Kreislauf (zuckergesüßte Getränke)

Was bedeuten die Ergebnisse im Alltag?

Regelmäßige zuckerhaltige Getränke gehen mit früherem Tod einher.

Welche Einschränkungen hat die Studie?

Beschäftigte in Gesundheitsberufen (begrenzte Verallgemeinerbarkeit); Beobachtungsdesign, Residual Confounding möglich; selbst berichtete Ernährungsaufnahme

Was sagt sie über Elawadys konkrete Behauptung aus?

Stützt C-SOD-03; gemischt für C-SOD-10.

Gelten die Ergebnisse auch für Deutschland und Europa?

Hoch.

Was lässt sich aus dieser Studie ausdrücklich nicht schließen?

Dass Diätgetränke so schädlich sind wie zuckerhaltige; Kausalität

Wissenschaftliche Detailprüfung

1. Vollständige Quellenangabe

Autorinnen und Autoren
Malik VS, Li Y, Pan A, De Koning L, Schernhammer E, Willett WC, Hu FB
Fachzeitschrift
Circulation
Jahr
2019
Identifikator
PMID 30882235 DOI 10.1161/CIRCULATIONAHA.118.037401 · PMC6488380
Verifizierung
verifiziert – PubMed E-utilities efetch, 2026-10-25
Zurückgezogen
nein
Korrekturen
keine
Geprüfter Umfang
Volltext
Interessenkonflikte und Finanzierung

NIH-Förderungen (UM1 CA186107, UM1 CA176726, UM1 CA167552, P01 CA87969, P01 CA055075, R01 HL034594, HL088521, HL35464, HL60712). WCW und VSM sind pro bono für das Center for Science in the Public Interest in Rechtsstreitigkeiten zu SSB tätig und haben die Stadt San Francisco zu Warnhinweisen auf Limonaden beraten.

2. Forschungsfrage

Sind zuckergesüßte und künstlich gesüßte Getränke mit Gesamt- und ursachenspezifischer Sterblichkeit verbunden?

3. Studiendesign und Population

Studiendesign
Kohortenstudie – Zwei prospektive Kohorten (HPFS 1986–2014; NHS 1980–2014); wiederholte FFQs; Cox-Modelle.
Population

US-Krankenpflegerinnen (NHS, bei Eintritt 30–55 Jahre) und männliche Gesundheitsfachkräfte (HPFS, 40–75 Jahre), überwiegend nicht-hispanische Weiße, zu Studienbeginn frei von Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankung und Krebs

Land

USA

Zeitraum

NHS 1980 – 30. Juni 2014 (34 Jahre); HPFS 1986 – 31. Januar 2014 (28 Jahre)

Stichprobengröße

118.363 (80.647 Frauen; 37.716 Männer); 36.436 Todesfälle (7896 kardiovaskulär, 12.380 Krebs) über 3.415.564 Personenjahre

Ein- und Ausschlusskriterien

Ausgeschlossen: Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankung oder Krebs zu Studienbeginn, >70 leere FFQ-Items, fehlende SSB-Daten, unplausible Energieaufnahme (<500/>3500 kcal Frauen; <800/>4200 kcal Männer)

4. Methoden und Endpunkte

Exposition / Intervention

Aufnahme von SSB (Colas, andere kohlensäurehaltige und nicht kohlensäurehaltige zuckergesüßte Getränke; Fruchtsaft ausgeschlossen) und ASB, alle 4 Jahre aktualisiert; Kategorien <1/Monat, 1–4/Monat, 2–6/Woche, 1–<2/Tag, >=2/Tag (ASB zusätzlich 2–<4/Tag und >=4/Tag)

Vergleichsgruppe

<1/Monat

Endpunkte

Gesamt-, Herz-Kreislauf- und Krebssterblichkeit

Statistische Methoden

Altersstratifizierte Cox-Modelle je Kohorte, gepoolt; zeitabhängige Kovariaten; gegenseitige Adjustierung SSB/ASB; BMI in den Modellen; Aussetzen der Ernährungsaktualisierung nach schweren Diagnosen; Sensitivitätsanalysen (kumulativer Mittelwert, nur Ausgangswert, 8-jährige Verzögerung, AHEI, Adjustierung für intermediäre Erkrankungen); Substitutionsanalyse

5. Tatsächliche Ergebnisse

Ergebnisse

Gepoolt SSB gegenüber <1/Monat: 1–4/Monat 1,01 (0,98–1,04), 2–6/Woche 1,06 (1,03–1,09), 1–<2/Tag 1,14 (1,09–1,19), >=2/Tag 1,21 (1,13–1,28); p-Trend <0,0001; pro Portion/Tag HR 1,07 (1,05–1,09); altersadjustiert >=2/Tag 1,52 (1,43–1,61), durch Adjustierung abgeschwächt. Frauen >=2/Tag 1,25 (1,16–1,34), Männer 1,12 (1,00–1,26) (p-Interaktion 0,02). Kardiovaskuläre Sterblichkeit >=2/Tag 1,31 (1,15–1,50), pro Portion 1,10 (1,06–1,14); Krebssterblichkeit 1,16 (1,04–1,29), Brustkrebssterblichkeit 1,34 (1,00–1,80). Nach Adjustierung für neu aufgetretene intermediäre Erkrankungen SSB pro Portion 1,05 (1,03–1,07). ASB gepoolt: 0,96 (0,93–0,99), 0,97 (0,95–1,00), 0,98 (0,94–1,03), >=2/Tag 1,04 (1,02–1,12) gesamt; kardiovaskulär >=2/Tag 1,13 (1,02–1,25). NHS: >=2/Tag 1,10 (1,04–1,16), >=4/Tag 1,30 (1,15–1,46), kardiovaskulär >=4/Tag 1,43 (1,10–1,87); HPFS: kein Zusammenhang (0,99, 0,91–1,07). Der ASB-Zusammenhang im NHS verschwand nach Adjustierung für intermediäre Erkrankungen (1,00, 0,94–1,06) und in den meisten Sensitivitätsanalysen. Ersatz von 1 Portion/Tag SSB durch ASB: Gesamtsterblichkeit HR 0,96 (0,94–0,98), kardiovaskulär 0,95 (0,90–0,99), Krebs 0,96 (0,93–1,00).

Absolute Risiken

nicht als Risikodifferenzen berichtet; Todesfälle und Personenjahre je Kategorie angegeben (z. B. NHS SSB >=2/Tag: 861 Todesfälle in 84.884 Personenjahren gegenüber <1/Monat: 11.149 in 1.127.585), rohe Raten nicht altersstandardisiert.

Schlussfolgerung der Autorinnen und Autoren

Der Konsum zuckergesüßter Getränke war positiv mit der Sterblichkeit verbunden, hauptsächlich der kardiovaskulären, mit einer abgestuften Dosis-Beziehung; der Zusammenhang einer hohen ASB-Aufnahme mit Gesamt- und kardiovaskulärer Sterblichkeit bei Frauen bedarf der Bestätigung; der Ersatz von SSB durch ASB war mit mäßig niedrigerer Sterblichkeit verbunden; ASB könnten SSB bei Gewohnheitskonsumierenden ersetzen, doch von hohem ASB-Konsum sollte abgeraten und Wasser in den Vordergrund gestellt werden.

6. Stärken

  • Sehr große Kohorten mit 28–34 Jahren Nachbeobachtung und >90 % Nachbeobachtung pro Zyklus
  • Wiederholte validierte FFQs; zeitabhängige Exposition und Kovariaten
  • Abgestufte Dosis-Wirkungs-Beziehung, Konsistenz über die Kohorten für SSB
  • Umfangreiche Sensitivitätsanalysen und Ansätze zur Begrenzung umgekehrter Kausalität

7. Schwächen

  • Beobachtungsstudie; Residual Confounding (SSB-Trinkende rauchen mehr, ernähren sich schlechter; AHEI 42,7 gegenüber 50,6)
  • Umgekehrte Kausalität bei ASB wahrscheinlich (höherer BMI und mehr Bluthochdruck bei ASB-Trinkenden) (Autorinnen und Autoren)
  • Überwiegend weiße Gesundheitsfachkräfte; eingeschränkte Übertragbarkeit
  • Selbst berichtete Aufnahme; FFQ-Validität für einige Getränke mäßig (r 0,36 kohlensäurehaltige Nicht-Cola-Getränke)
  • Viele Endpunkte und Untergruppen
  • Zwei Autorinnen bzw. Autoren haben Pro-bono-/Beratungsrollen im Zusammenhang mit SSB-Rechtsstreitigkeiten (offengelegt)

8. Risiko systematischer Verzerrungen

Orientierendes Instrument
ROBINS-E
Art der Einschätzung
strukturierte Einschätzung nach Volltext durch eine prüfende Instanz (keine formale Doppelbewertung)
Formale Vollbewertung
nein
Gesamturteil Biasrisiko
einige Bedenken
Begründung

Strukturierte Einschätzung durch eine einzelne Person anhand des Volltexts; eine formale Bewertung würde zwei unabhängige Begutachtende und ein Protokoll erfordern. Das Biasrisiko ist für die ASB-Befunde höher als für SSB.

8. Risiko systematischer Verzerrungen
DomäneUrteilBegründung
Confoundingeinige BedenkenUmfangreiche zeitabhängige Adjustierung für Lebensstil und Ernährung; die starke Abschwächung vom altersadjustierten (1,52) zum vollständigen Modell (1,21) zeigt Confounding an, Residual Confounding möglich.
Messung der Expositioneinige BedenkenValidierter wiederholter FFQ; für einige Items mäßige Validität; Messfehler wahrscheinlich nicht differenziell.
Auswahl der TeilnehmendenniedrigGesunde Ausgangskohorten; Ausschlüsse vorab festgelegt.
Interventionen nach der Expositioneinige BedenkenErnährungsänderungen nach einer Diagnose durch Aussetzen der Aktualisierungen berücksichtigt; ein Wechsel von SSB zu ASB wegen Krankheit ist möglich (umgekehrte Kausalität bei ASB).
Fehlende Datenniedrig>90 % Nachbeobachtung pro Zyklus; >97 % der Todesfälle erfasst; Fortschreibung fehlender FFQ-Werte.
Messung des EndpunktsniedrigTodesfälle aus dem NDI/Personenstandsregistern mit ärztlicher Prüfung der Todesursache.
Auswahl des berichteten Ergebnisseseinige BedenkenViele Kategorien, Endpunkte und Untergruppen; ASB-Signal nur in den höchsten Kategorien in einer Kohorte hervorgehoben.

Volltextprüfung (25. Oktober 2026): Ergänzt: Personenjahre, HRs pro Portion (SSB 1,07 gesamt, 1,10 kardiovaskulär), geschlechtsspezifische Schätzungen, Abschwächung nach intermediären Erkrankungen, NHS-Befunde zu ASB >=4/Tag und ihr Verschwinden in Sensitivitätsanalysen, HR 0,96 beim Ersatz von SSB durch ASB, Interessenkonflikte von Autorinnen und Autoren im Zusammenhang mit Rechtsstreitigkeiten; Bias-Domänen ergänzt, Gesamtbewertung unverändert (some_concerns).

9. Bewertung der statistischen Interpretation

SSB: mäßiger, abgestufter relativer Zusammenhang (7 % pro täglicher Portion; 21 % bei >=2/Tag), über die Kohorten konsistent und robust in Sensitivitätsanalysen. ASB: schwaches, nicht lineares Signal, beschränkt auf eine sehr hohe Aufnahme bei Frauen, das nach Adjustierung für intermediäre Erkrankungen und in den meisten Sensitivitätsanalysen verschwand; der Ersatz von SSB durch ASB war mit niedrigerer Sterblichkeit verbunden.

10. Relevanz für die konkrete Aussage

Stützt C-SOD-03; gemischt für C-SOD-10.

11. Unabhängige Gegenbefunde

HPFS ohne Zusammenhang bei künstlich gesüßten Getränken.

12. Übertragbarkeit auf Deutschland und Europa

Hoch.

13. Methodisches Gesamturteil

Starke Kohortenevidenz für einen Zusammenhang von SSB mit der Sterblichkeit; schwache und wahrscheinlich durch Confounding verzerrte Evidenz für ASB, und die Substitutionsanalyse widerspricht der Vorstellung, Diätgetränke seien so schädlich wie zuckerhaltige.

Mehrdimensionale Bewertung
Mehrdimensionale Bewertung
Authentizität der Quelleverifiziert
Methodische Qualitäthoch
Biasrisikoeinige Bedenken
Präzision der Ergebnissehoch
Direkte Relevanzdirekt
Reproduzierbarkeitrepliziert
Konsistenz mit der Gesamtevidenzkonsistent
Regionale Übertragbarkeithoch
Angemessenheit der Interpretation (durch das Archiv)im Wesentlichen korrekt, aber unvollständig

14. Offene Fragen

Kausalität; Wirkungen einer sehr hohen ASB-Aufnahme; Übertragbarkeit über weiße US-Gesundheitsfachkräfte hinaus.

15. Verknüpfte Faktenchecks

Verwendung durch das Tayebat-Archiv

Hinweis: Laut Archiv wurden die Studien von den Archivbetreibern zusammengestellt. Ob Dr. Elawady selbst diese Studie angeführt hat, ist nicht belegt.

Aussage des Archivs zur Studie

34-jährige Nachbeobachtung von über 118.000 US-Erwachsenen: Zwei oder mehr zuckerhaltige Getränke täglich erhöhten die Herz-Kreislauf-Sterblichkeit um 31 % und die Gesamtsterblichkeit um 21 %; künstlich gesüßte Getränke waren beim höchsten Konsum mit einem Anstieg der Herz-Kreislauf-Sterblichkeit um 13 % verbunden.

A. Was wurde tatsächlich untersucht?

Zucker- und künstlich gesüßte Getränke und Sterblichkeit.

B. Was haben die Autorinnen und Autoren festgestellt?

Wie in den Ergebnissen berichtet.

C. Welche Schlussfolgerungen ziehen sie selbst?

Zuckergesüßte Getränke sind mit der Sterblichkeit verbunden; der Zusammenhang bei künstlich gesüßten Getränken bei Frauen bedarf der Bestätigung.

D. Welche Aussage leitet das Archiv daraus ab?

Nutzt das Ergebnis zu künstlich gesüßten Getränken als Argument, dass Diät-Limonade keine sichere Alternative sei.

E. Ist diese Ableitung wissenschaftlich gerechtfertigt?

Die SSB-Zahlen sind korrekt. Für ASB verschweigt das Archiv, dass der Zusammenhang nur in der höchsten Kategorie (und bei >=4/Tag) und nur bei Frauen bestand, nach Adjustierung für intermediäre Erkrankungen und in den meisten Sensitivitätsanalysen verschwand und dass der Ersatz eines SSB pro Tag durch ein ASB mit 4 % niedrigerer Gesamt- und 5 % niedrigerer kardiovaskulärer Sterblichkeit verbunden war; die Autorinnen und Autoren schlagen ASB ausdrücklich als Ersatz für Gewohnheitskonsumierende von SSB vor.

Angemessenheit der Interpretation (durch das Archiv)
im Wesentlichen korrekt, aber unvollständig