Randomisierte kontrollierte Studievom Tayebat-Archiv zitiertnur Abstract geprüft A-SUP-17 Standardprüfung
Folsäure und Darmpolypen
Folic acid for the prevention of colorectal adenomas: a randomized clinical trial.
Kurzüberblick
Cole BF et al.. JAMA 2007 · PMID 17551129 · DOI 10.1001/jama.297.21.2351
Keine Vorbeugung von Polypen; möglicher Anstieg fortgeschrittener Läsionen (grenzwertig).
Unterstützt die Studie die konkrete Behauptung? Teilweise · Methodische Qualität: moderat
Verständliche Zusammenfassung
Studie einfach erklärt
- Was wollten die Forschenden herausfinden?
Vorbeugung von Adenomen.
- Wie wurde die Studie durchgeführt?
RCT.
- Wie viele Menschen, Tiere oder Proben wurden untersucht?
1.021.
- Was wurde tatsächlich festgestellt?
Kein Nutzen.
- Wie groß war der beobachtete Effekt?
RR 1,04; 1,67 fortgeschritten.
- Was bedeuten die Ergebnisse im Alltag?
Gegen Polypen nicht nützlich.
- Welche Einschränkungen hat die Studie?
Ausfälle (Attrition).
- Was sagt sie über Elawadys konkrete Behauptung aus?
Gemischt.
- Gelten die Ergebnisse auch für Deutschland und Europa?
Übertragbar.
- Was lässt sich aus dieser Studie ausdrücklich nicht schließen?
Schaden bei Anreicherungsdosen.
Wissenschaftliche Detailprüfung
1. Vollständige Quellenangabe
- Autorinnen und Autoren
- Cole BF, Baron JA, Sandler RS, Haile RW, Ahnen DJ, Bresalier RS, McKeown-Eyssen G, Summers RW, Rothstein RI, Burke CA, Snover DC, Church TR, Allen JI, Robertson DJ, Beck GJ, Bond JH, Byers T, Mandel JS, Mott LA, Pearson LH, Barry EL, Rees JR, Marcon N, Saibil F, Ueland PM, Greenberg ER, Polyp Prevention Study Group
- Fachzeitschrift
- JAMA
- Jahr
- 2007
- Identifikator
- PMID 17551129 DOI 10.1001/jama.297.21.2351
- Verifizierung
- verifiziert – PubMed E-utilities efetch, 2026-10-25
- Zurückgezogen
- nein
- Korrekturen
- keine
- Geprüfter Umfang
- nur Abstract
- Interessenkonflikte und Finanzierung
im Abstract nicht angegeben; Förderungen: NCI NIH HHS
2. Forschungsfrage
Beugt Folsäure kolorektalen Adenomen vor?
3. Studiendesign und Population
- Studiendesign
- Randomisierte kontrollierte Studie – Doppelblinde, placebokontrollierte zweifaktorielle Phase-3-RCT
- Population
Kürzlich aufgetretene kolorektale Adenome in der Vorgeschichte
- Land
USA (9 Zentren)
- Zeitraum
1994–2004
- Stichprobengröße
1.021
- Ein- und Ausschlusskriterien
siehe Abstract
4. Methoden und Endpunkte
- Exposition / Intervention
Folsäure 1 mg/Tag (± Aspirin)
- Vergleichsgruppe
Placebo
- Endpunkte
≥1 Adenom; fortgeschrittene Läsionen
- Statistische Methoden
RR
5. Tatsächliche Ergebnisse
- Ergebnisse
Erste 3 Jahre: Adenom RR 1,04 (0,90–1,20); fortgeschritten RR 1,32 (0,90–1,92). Zweite Nachuntersuchung: Adenom RR 1,13 (0,93–1,37); fortgeschritten RR 1,67 (1,00–2,80, P=0,05); mehr ≥3 Adenome und nicht-kolorektale Krebserkrankungen.
- Absolute Risiken
im Abstract nicht berichtet
- Schlussfolgerung der Autorinnen und Autoren
Folsäure 1 mg/Tag senkt das Adenomrisiko nicht; ein möglicher Anstieg kolorektaler Neoplasien muss erforscht werden.
6. Stärken
- RCT
7. Schwächen
- Zweite Nachuntersuchung 59,5 %
- Grenzwertige Ergebnisse
8. Risiko systematischer Verzerrungen
- Orientierendes Instrument
- RoB 2
- Art der Einschätzung
- vereinfachte Einschätzung (nur Abstract)
- Formale Vollbewertung
- nein
- Gesamturteil Biasrisiko
- einige Bedenken
- Begründung
Ausfälle (Attrition) bei der zweiten Nachuntersuchung.
9. Bewertung der statistischen Interpretation
Siehe Ergebnisse.
10. Relevanz für die konkrete Aussage
11. Unabhängige Gegenbefunde
Vollset 2013 (I-SUP-07).
12. Übertragbarkeit auf Deutschland und Europa
Hoch: Biologie und Studienpopulationen sind mit europäischen Erwachsenen vergleichbar.
13. Methodisches Gesamturteil
Grenzwertiges Signal.
| Mehrdimensionale Bewertung | |
|---|---|
| Authentizität der Quelle | verifiziert |
| Methodische Qualität | moderat |
| Biasrisiko | einige Bedenken |
| Präzision der Ergebnisse | niedrig |
| Direkte Relevanz | direkt |
| Reproduzierbarkeit | nicht repliziert |
| Konsistenz mit der Gesamtevidenz | inkonsistent |
| Regionale Übertragbarkeit | hoch |
| Angemessenheit der Interpretation (durch das Archiv) | teilweise zutreffend, jedoch überinterpretiert |
14. Offene Fragen
15. Verknüpfte Faktenchecks
- Multivitamine, Eisen, Folsäure, B6, Magnesium, Zink und Kupferpräparate erhöhten die Sterblichkeit, und Folsäure (mit B12) erhöhe Krebs. – Studien mit gemischten oder unklaren Ergebnissen
Verwendung durch das Tayebat-Archiv
Hinweis: Laut Archiv wurden die Studien von den Archivbetreibern zusammengestellt. Ob Dr. Elawady selbst diese Studie angeführt hat, ist nicht belegt.
- Aussage des Archivs zur Studie
In der Archiv-Bibliografie der Regel zu oralen Nahrungsergänzungsmitteln ohne eigene Interpretation aufgeführt; implizit zur Stützung der Regelzusammenfassung verwendet, wonach Präparate in großen Studien „versagt oder geschadet“ haben.
- A. Was wurde tatsächlich untersucht?
Beugt Folsäure kolorektalen Adenomen vor?
- B. Was haben die Autorinnen und Autoren festgestellt?
Erste 3 Jahre: Adenom RR 1,04 (0,90–1,20); fortgeschritten RR 1,32 (0,90–1,92). Zweite Nachuntersuchung: Adenom RR 1,13 (0,93–1,37); fortgeschritten RR 1,67 (1,00–2,80, P=0,05); mehr ≥3 Adenome und nicht-kolorektale Krebserkrankungen.
- C. Welche Schlussfolgerungen ziehen sie selbst?
Folsäure 1 mg/Tag senkt das Adenomrisiko nicht; ein möglicher Anstieg kolorektaler Neoplasien muss erforscht werden.
- D. Welche Aussage leitet das Archiv daraus ab?
Bibliografische Stütze für einen Schaden durch Folsäure.
- E. Ist diese Ableitung wissenschaftlich gerechtfertigt?
Schwach; von Vollset 2013 nicht bestätigt.
- Angemessenheit der Interpretation (durch das Archiv)
- teilweise zutreffend, jedoch überinterpretiert