Randomisierte kontrollierte Studievom Tayebat-Archiv zitiertnur Abstract geprüft A-SUP-19 Standardprüfung

HOPE-2: B-Vitamine bei Gefäßerkrankungen

Homocysteine lowering with folic acid and B vitamins in vascular disease.

Kurzüberblick

Lonn E et al.. N Engl J Med 2006 · PMID 16531613 · DOI 10.1056/NEJMoa060900

Keine Verringerung schwerer kardiovaskulärer Ereignisse; weniger Schlaganfälle.

Unterstützt die Studie die konkrete Behauptung? Teilweise · Methodische Qualität: hoch

Originalpublikation

Verständliche Zusammenfassung

Studie einfach erklärt
Was wollten die Forschenden herausfinden?

Kardiovaskuläre Prävention.

Wie wurde die Studie durchgeführt?

RCT.

Wie viele Menschen, Tiere oder Proben wurden untersucht?

5.522.

Was wurde tatsächlich festgestellt?

Primärer Endpunkt ohne Effekt.

Wie groß war der beobachtete Effekt?

RR 0,95.

Was bedeuten die Ergebnisse im Alltag?

Nicht zur kardiovaskulären Prävention.

Was sagt sie über Elawadys konkrete Behauptung aus?

Gemischt.

Gelten die Ergebnisse auch für Deutschland und Europa?

Übertragbar.

Wissenschaftliche Detailprüfung

1. Vollständige Quellenangabe

Autorinnen und Autoren
Lonn E, Yusuf S, Arnold MJ, Sheridan P, Pogue J, Micks M, McQueen MJ, Probstfield J, Fodor G, Held C, Genest J, Heart Outcomes Prevention Evaluation (HOPE) 2 Investigators
Fachzeitschrift
N Engl J Med
Jahr
2006
Identifikator
PMID 16531613 DOI 10.1056/NEJMoa060900
Verifizierung
verifiziert – PubMed E-utilities efetch, 2026-10-25
Zurückgezogen
nein
Korrekturen

PubMed führt: ErratumIn (N Engl J Med. 2006 Aug 17;355(7):746)

Geprüfter Umfang
nur Abstract
Interessenkonflikte und Finanzierung

im Abstract nicht angegeben

2. Forschungsfrage

Senkt eine Homocystein-Senkung kardiovaskuläre Ereignisse?

3. Studiendesign und Population

Studiendesign
Randomisierte kontrollierte Studie – Randomisierte, placebokontrollierte Studie (HOPE-2)
Population

Gefäßerkrankung oder Diabetes, ≥55 Jahre

Land

Multinational

Zeitraum

im Mittel 5 Jahre

Stichprobengröße

5.522

Ein- und Ausschlusskriterien

siehe Abstract

4. Methoden und Endpunkte

Exposition / Intervention

Folsäure 2,5 mg, B6 50 mg, B12 1 mg

Vergleichsgruppe

Placebo

Endpunkte

Kardiovaskulärer Tod, MI, Schlaganfall

Statistische Methoden

RR

5. Tatsächliche Ergebnisse

Ergebnisse

Primär 18,8 % vs. 19,8 %, RR 0,95 (0,84–1,07); Schlaganfall RR 0,75 (0,59–0,97); Krankenhausaufnahme wegen instabiler Angina RR 1,24 (1,04–1,49).

Absolute Risiken

im Abstract nicht berichtet

Schlussfolgerung der Autorinnen und Autoren

B-Vitamine senkten schwere kardiovaskuläre Ereignisse nicht.

6. Stärken

  • RCT

7. Schwächen

    8. Risiko systematischer Verzerrungen

    Orientierendes Instrument
    RoB 2
    Art der Einschätzung
    vereinfachte Einschätzung (nur Abstract)
    Formale Vollbewertung
    nein
    Gesamturteil Biasrisiko
    niedrig
    Begründung

    Vereinfachte RoB-2-Beurteilung.

    9. Bewertung der statistischen Interpretation

    Siehe Ergebnisse.

    10. Relevanz für die konkrete Aussage

    C-SUP-01; C-SUP-07.

    11. Unabhängige Gegenbefunde

    Weniger Schlaganfälle.

    12. Übertragbarkeit auf Deutschland und Europa

    Hoch: Biologie und Studienpopulationen sind mit europäischen Erwachsenen vergleichbar.

    13. Methodisches Gesamturteil

    Primärer Endpunkt ohne Effekt; sekundäre gemischt.

    Mehrdimensionale Bewertung
    Mehrdimensionale Bewertung
    Authentizität der Quelleverifiziert
    Methodische Qualitäthoch
    Biasrisikoniedrig
    Präzision der Ergebnissemoderat
    Direkte Relevanzdirekt
    Reproduzierbarkeitrepliziert
    Konsistenz mit der Gesamtevidenzkonsistent
    Regionale Übertragbarkeithoch
    Angemessenheit der Interpretation (durch das Archiv)im Wesentlichen korrekt, aber unvollständig

    14. Offene Fragen

    15. Verknüpfte Faktenchecks

    Verwendung durch das Tayebat-Archiv

    Hinweis: Laut Archiv wurden die Studien von den Archivbetreibern zusammengestellt. Ob Dr. Elawady selbst diese Studie angeführt hat, ist nicht belegt.

    Aussage des Archivs zur Studie

    In der Archiv-Bibliografie der Regel zu oralen Nahrungsergänzungsmitteln ohne eigene Interpretation aufgeführt; implizit zur Stützung der Regelzusammenfassung verwendet, wonach Präparate in großen Studien „versagt oder geschadet“ haben.

    A. Was wurde tatsächlich untersucht?

    Senkt eine Homocystein-Senkung kardiovaskuläre Ereignisse?

    B. Was haben die Autorinnen und Autoren festgestellt?

    Primär 18,8 % vs. 19,8 %, RR 0,95 (0,84–1,07); Schlaganfall RR 0,75 (0,59–0,97); Krankenhausaufnahme wegen instabiler Angina RR 1,24 (1,04–1,49).

    C. Welche Schlussfolgerungen ziehen sie selbst?

    B-Vitamine senkten schwere kardiovaskuläre Ereignisse nicht.

    D. Welche Aussage leitet das Archiv daraus ab?

    Stützt „Präparate haben versagt“.

    E. Ist diese Ableitung wissenschaftlich gerechtfertigt?

    Ja, für den primären Endpunkt; das Archiv lässt die geringere Zahl an Schlaganfällen weg.

    Angemessenheit der Interpretation (durch das Archiv)
    im Wesentlichen korrekt, aber unvollständig