Randomisierte kontrollierte Studievom Tayebat-Archiv zitiertnur Abstract geprüft A-SUP-20 Standardprüfung

Jährliche Vitamin-D-Megadosis

Annual high-dose oral vitamin D and falls and fractures in older women: a randomized controlled trial.

Kurzüberblick

Sanders KM et al.. JAMA 2010 · PMID 20460620 · DOI 10.1001/jama.2010.594

Mehr Stürze und Frakturen mit 500.000 IE einmal pro Jahr.

Unterstützt die Studie die konkrete Behauptung? Ja · Methodische Qualität: hoch

Originalpublikation

Verständliche Zusammenfassung

Studie einfach erklärt
Was wollten die Forschenden herausfinden?

Sturzprävention.

Wie wurde die Studie durchgeführt?

RCT.

Wie viele Menschen, Tiere oder Proben wurden untersucht?

2.256 Frauen.

Was wurde tatsächlich festgestellt?

Mehr Stürze und Frakturen.

Wie groß war der beobachtete Effekt?

RR 1,15; 1,26.

Was bedeuten die Ergebnisse im Alltag?

Megadosen meiden.

Welche Einschränkungen hat die Studie?

Spezifisch für das Dosierungsschema.

Was sagt sie über Elawadys konkrete Behauptung aus?

Stützt für dieses Dosierungsschema.

Gelten die Ergebnisse auch für Deutschland und Europa?

Übertragbar.

Was lässt sich aus dieser Studie ausdrücklich nicht schließen?

Tägliche Dosen.

Wissenschaftliche Detailprüfung

1. Vollständige Quellenangabe

Autorinnen und Autoren
Sanders KM, Stuart AL, Williamson EJ, Simpson JA, Kotowicz MA, Young D, Nicholson GC
Fachzeitschrift
JAMA
Jahr
2010
Identifikator
PMID 20460620 DOI 10.1001/jama.2010.594
Verifizierung
verifiziert – PubMed E-utilities efetch, 2026-10-25
Zurückgezogen
nein
Korrekturen

PubMed führt: ErratumIn (JAMA. 2010 Jun 16;303(23):2357)

Geprüfter Umfang
nur Abstract
Interessenkonflikte und Finanzierung

im Abstract nicht angegeben

2. Forschungsfrage

Senkt eine jährliche orale Gabe von 500.000 IE Cholecalciferol Stürze und Frakturen?

3. Studiendesign und Population

Studiendesign
Randomisierte kontrollierte Studie – Doppelblinde, placebokontrollierte RCT
Population

Selbstständig lebende Frauen ≥70 mit hohem Frakturrisiko

Land

Australien

Zeitraum

2003–2008; 3–5 Jahre

Stichprobengröße

2.256

Ein- und Ausschlusskriterien

siehe Abstract

4. Methoden und Endpunkte

Exposition / Intervention

500.000 IE Cholecalciferol jeweils im Herbst/Winter

Vergleichsgruppe

Placebo

Endpunkte

Stürze, Frakturen

Statistische Methoden

Inzidenzratenverhältnisse

5. Tatsächliche Ergebnisse

Ergebnisse

Stürze RR 1,15 (1,02–1,30); Frakturen RR 1,26 (1,00–1,59); 4,9 vs. 3,9 Frakturen pro 100 Personenjahre; Stürze RR 1,31 in den ersten 3 Monaten.

Absolute Risiken

4,9 vs. 3,9 Frakturen pro 100 Personenjahre

Schlussfolgerung der Autorinnen und Autoren

Jährliches hochdosiertes Cholecalciferol erhöhte Stürze und Frakturen.

6. Stärken

  • RCT
  • Harte Endpunkte

7. Schwächen

  • Ungewöhnliches Bolus-Schema

8. Risiko systematischer Verzerrungen

Orientierendes Instrument
RoB 2
Art der Einschätzung
vereinfachte Einschätzung (nur Abstract)
Formale Vollbewertung
nein
Gesamturteil Biasrisiko
niedrig
Begründung

Vereinfachte RoB-2-Beurteilung.

9. Bewertung der statistischen Interpretation

Siehe Ergebnisse.

10. Relevanz für die konkrete Aussage

C-SUP-07.

11. Unabhängige Gegenbefunde

VITAL täglich 2.000 IE: keine vermehrten unerwünschten Ereignisse.

12. Übertragbarkeit auf Deutschland und Europa

Hoch: Biologie und Studienpopulationen sind mit europäischen Erwachsenen vergleichbar.

13. Methodisches Gesamturteil

Eindeutiger Schaden durch den Megabolus.

Mehrdimensionale Bewertung
Mehrdimensionale Bewertung
Authentizität der Quelleverifiziert
Methodische Qualitäthoch
Biasrisikoniedrig
Präzision der Ergebnissemoderat
Direkte Relevanzdirekt
Reproduzierbarkeitteilweise repliziert
Konsistenz mit der Gesamtevidenzkonsistent
Regionale Übertragbarkeithoch
Angemessenheit der Interpretation (durch das Archiv)im Wesentlichen korrekt, aber unvollständig

14. Offene Fragen

15. Verknüpfte Faktenchecks

Verwendung durch das Tayebat-Archiv

Hinweis: Laut Archiv wurden die Studien von den Archivbetreibern zusammengestellt. Ob Dr. Elawady selbst diese Studie angeführt hat, ist nicht belegt.

Aussage des Archivs zur Studie

In der Archiv-Bibliografie der Regel zu oralen Nahrungsergänzungsmitteln ohne eigene Interpretation aufgeführt; implizit zur Stützung der Regelzusammenfassung verwendet, wonach Präparate in großen Studien „versagt oder geschadet“ haben.

A. Was wurde tatsächlich untersucht?

Senkt eine jährliche orale Gabe von 500.000 IE Cholecalciferol Stürze und Frakturen?

B. Was haben die Autorinnen und Autoren festgestellt?

Stürze RR 1,15 (1,02–1,30); Frakturen RR 1,26 (1,00–1,59); 4,9 vs. 3,9 Frakturen pro 100 Personenjahre; Stürze RR 1,31 in den ersten 3 Monaten.

C. Welche Schlussfolgerungen ziehen sie selbst?

Jährliches hochdosiertes Cholecalciferol erhöhte Stürze und Frakturen.

D. Welche Aussage leitet das Archiv daraus ab?

Stützt „mehr Hüftfrakturen“/Stürze.

E. Ist diese Ableitung wissenschaftlich gerechtfertigt?

Ja, für den Megabolus; nicht für tägliche Dosierung.

Angemessenheit der Interpretation (durch das Archiv)
im Wesentlichen korrekt, aber unvollständig