Leitlinie / Stellungnahmeunabhängige GegenprüfungVolltext geprüft I-CHK-06 Standardprüfung

IARC zu rotem und verarbeitetem Fleisch

Carcinogenicity of consumption of red and processed meat.

Kurzüberblick

Bouvard V et al.. Lancet Oncol 2015 · PMID 26514947 · DOI 10.1016/S1470-2045(15)00444-1

Verarbeitetes Fleisch verursacht Krebs, rotes Fleisch wahrscheinlich auch; Geflügel wurde nicht bewertet; die Evidenz zur Garmethode reichte nicht aus.

Unterstützt die Studie die konkrete Behauptung? Unklar · Methodische Qualität: hoch

Originalpublikation

Verständliche Zusammenfassung

Studie einfach erklärt
Was wollten die Forschenden herausfinden?

Kanzerogenität von rotem und verarbeitetem Fleisch

Wie wurde die Studie durchgeführt?

Bewertung der IARC-Monographs-Arbeitsgruppe (Zusammenfassung) und IARC-Fragen und -Antworten (Q&A)

Wie viele Menschen, Tiere oder Proben wurden untersucht?

Nicht zutreffend; Evidenzbasis beim Menschen

Was wurde tatsächlich festgestellt?

Verarbeitetes Fleisch Gruppe 1 (Darmkrebs; ~18 % höheres Risiko pro 50 g/Tag); rotes Fleisch Gruppe 2A. Q&A: „Die mit dem Verzehr von Geflügel und Fisch verbundenen Krebsrisiken wurden nicht bewertet.“ Garen bei hohen Temperaturen erzeugt mehr PAK (PAHs) und HAAs, aber es gab nicht genügend Daten, um zu beurteilen, ob die Garmethode das Krebsrisiko beeinflusst.

Wie groß war der beobachtete Effekt?

Nicht zutreffend

Was bedeuten die Ergebnisse im Alltag?

Hähnchen steht nicht auf der IARC-Liste der krebserregenden Stoffe.

Welche Einschränkungen hat die Studie?

Geflügel nicht bewertet

Was sagt sie über Elawadys konkrete Behauptung aus?

Schränkt die Behauptung ein.

Gelten die Ergebnisse auch für Deutschland und Europa?

Hoch.

Was lässt sich aus dieser Studie ausdrücklich nicht schließen?

Kann Geflügel auch nicht entlasten.

Wissenschaftliche Detailprüfung

1. Vollständige Quellenangabe

Autorinnen und Autoren
Bouvard V et al.
Fachzeitschrift
Lancet Oncol
Jahr
2015
Identifikator
PMID 26514947 DOI 10.1016/S1470-2045(15)00444-1
Verifizierung
verifiziert – PubMed efetch 2026-10-25 (no abstract); content read from IARC Monographs Q&A Vol. 114 PDF fetched 2026-10-25: https://www.iarc.who.int/wp-content/uploads/2018/07/Monographs-QA_Vol114.pdf
Zurückgezogen
nein
Korrekturen
keine
Geprüfter Umfang
Volltext
Interessenkonflikte und Finanzierung

Finanzierung durch WHO/NCI

2. Forschungsfrage

Kanzerogenität von rotem und verarbeitetem Fleisch

3. Studiendesign und Population

Studiendesign
Leitlinie / Stellungnahme – Bewertung der IARC-Monographs-Arbeitsgruppe (Zusammenfassung) und IARC-Fragen und -Antworten (Q&A)
Population

Evidenzbasis beim Menschen

Land

International

Zeitraum

Oktober 2015

Stichprobengröße

Nicht zutreffend

Ein- und Ausschlusskriterien

IARC-Kriterien

4. Methoden und Endpunkte

Exposition / Intervention

Rotes Fleisch, verarbeitetes Fleisch

Vergleichsgruppe

Nicht zutreffend

Endpunkte

Einstufung der Kanzerogenität

Statistische Methoden

Nicht zutreffend

5. Tatsächliche Ergebnisse

Ergebnisse

Verarbeitetes Fleisch Gruppe 1 (Darmkrebs; ~18 % höheres Risiko pro 50 g/Tag); rotes Fleisch Gruppe 2A. Q&A: „Die mit dem Verzehr von Geflügel und Fisch verbundenen Krebsrisiken wurden nicht bewertet.“ Garen bei hohen Temperaturen erzeugt mehr PAK (PAHs) und HAAs, aber es gab nicht genügend Daten, um zu beurteilen, ob die Garmethode das Krebsrisiko beeinflusst.

Absolute Risiken

Pro 50 g/Tag verarbeitetes Fleisch ~18 % höheres Darmkrebsrisiko (relativ)

Schlussfolgerung der Autorinnen und Autoren

Siehe Ergebnisse.

6. Stärken

  • Maßgebliche Quelle

7. Schwächen

  • Geflügel nicht bewertet

8. Risiko systematischer Verzerrungen

Orientierendes Instrument
none applicable
Art der Einschätzung
vereinfachte Einschätzung (nur Abstract)
Formale Vollbewertung
nein
Gesamturteil Biasrisiko
nicht beurteilbar
Begründung

Gefahreneinstufung.

9. Bewertung der statistischen Interpretation

Gefahrenidentifizierung, nicht Höhe des Risikos.

10. Relevanz für die konkrete Aussage

C-CHK-01, C-CHK-10.

11. Unabhängige Gegenbefunde

Nicht zutreffend.

12. Übertragbarkeit auf Deutschland und Europa

Hoch.

13. Methodisches Gesamturteil

Geflügel nicht eingestuft; Evidenz zur Garmethode unzureichend.

Mehrdimensionale Bewertung
Mehrdimensionale Bewertung
Authentizität der Quelleverifiziert
Methodische Qualitäthoch
Biasrisikoniedrig
Präzision der Ergebnissenicht anwendbar
Direkte Relevanzindirekt
Reproduzierbarkeitrepliziert
Konsistenz mit der Gesamtevidenzkonsistent
Regionale Übertragbarkeithoch
Angemessenheit der Interpretation (durch das Archiv)nicht anwendbar

14. Offene Fragen

Geflügel und HCA.

15. Verknüpfte Faktenchecks