Mess-/Rückstandsstudieunabhängige GegenprüfungAbstract geprüft★ wichtige Studie I-GRN-116 Tiefenprüfung

Eine halbe Tasse Reis am Tag liefert so viel Arsen wie Trinkwasser am gesetzlichen Grenzwert

Rice consumption contributes to arsenic exposure in US women.

Kurzüberblick

Gilbert-Diamond D et al.. Proc Natl Acad Sci U S A 2011 · PMID 22143778 · DOI 10.1073/pnas.1109127108

Bei 229 schwangeren Frauen erhöhte der Reisverzehr das Arsen im Urin; 0,56 Tassen gekochter Reis pro Tag entsprachen 1 l Wasser mit 10 µg/l.

Unterstützt die Studie die konkrete Behauptung? Nein · Methodische Qualität: moderat

Originalpublikation

Verständliche Zusammenfassung

Studie einfach erklärt
Was wollten die Forschenden herausfinden?

Reis als Arsenquelle messen.

Wie wurde die Studie durchgeführt?

Urintests und Ernährungsprotokolle.

Wie viele Menschen, Tiere oder Proben wurden untersucht?

229 Schwangere.

Was wurde tatsächlich festgestellt?

Reis erhöhte die Arsenwerte.

Wie groß war der beobachtete Effekt?

Entspricht 1 L/Tag Wasser am Grenzwert.

Was bedeuten die Ergebnisse im Alltag?

Reis ist eine echte Arsenquelle.

Welche Einschränkungen hat die Studie?

Keine gesundheitlichen Endpunkte.

Was sagt sie über Elawadys konkrete Behauptung aus?

Widerspricht dem Abtun von Arsenbedenken.

Gelten die Ergebnisse auch für Deutschland und Europa?

Moderat.

Was lässt sich aus dieser Studie ausdrücklich nicht schließen?

Zeigt keine Erkrankung durch Reis.

Wissenschaftliche Detailprüfung

1. Vollständige Quellenangabe

Autorinnen und Autoren
Gilbert-Diamond D et al.
Fachzeitschrift
Proc Natl Acad Sci U S A
Jahr
2011
Identifikator
PMID 22143778 DOI 10.1073/pnas.1109127108 · PMC3251121
Verifizierung
verifiziert – PubMed efetch 2026-10-26; Crossref works API 2026-10-26
Zurückgezogen
nein
Korrekturen
keine
Geprüfter Umfang
nur Abstract
Interessenkonflikte und Finanzierung

Keine Interessenkonflikte erklärt; NIH-Förderung

2. Forschungsfrage

Trägt der Reisverzehr bei Schwangeren zur Arsenexposition bei?

3. Studiendesign und Population

Studiendesign
Mess-/Rückstandsstudie – Querschnittsstudie zu Biomarkern innerhalb einer Schwangerschaftskohorte
Population

Schwangere in einer US-Kohorte

Land

USA

Zeitraum

im Abstract nicht angegeben

Stichprobengröße

229

Ein- und Ausschlusskriterien

Urinprobe und 3-Tage-Ernährungsprotokoll beim pränatalen Termin im 6. Monat

4. Methoden und Endpunkte

Exposition / Intervention

Reisverzehr (g/Tag) und Arsen im Wasser

Vergleichsgruppe

Nicht-Verzehrende/geringere Aufnahme

Endpunkte

Gesamt- und speziiertes Arsen im Urin

Statistische Methoden

Allgemeine lineare Modelle für das logarithmierte Urinarsen

5. Tatsächliche Ergebnisse

Ergebnisse

Arsen in Reis und Wasser waren beide mit dem ln des Gesamtarsens im Urin (Beta Reis 0,009 pro g/Tag, Beta Wasser 0,028 pro ug/Tag; beide P<0,0001) sowie mit anorganischem Arsen, MMA und DMA verbunden. 0,56 Tassen/Tag gekochter Reis waren vergleichbar mit dem Trinken von 1 L/Tag Wasser am US-Grenzwert von 10 ug/L.

Absolute Risiken

nicht berichtet

Schlussfolgerung der Autorinnen und Autoren

Der Reisverzehr sollte beim Entwurf von Strategien zur Verringerung der Arsenbelastung berücksichtigt werden.

6. Stärken

  • Biomarker der Exposition
  • Vulnerable Bevölkerungsgruppe

7. Schwächen

  • Klein
  • Nur Exposition, keine gesundheitlichen Endpunkte
  • US-Reis hat mehr Arsen als ägyptischer Reis (I-GRN-117)

8. Risiko systematischer Verzerrungen

Orientierendes Instrument
none applicable
Art der Einschätzung
vereinfachte Einschätzung (nur Abstract)
Formale Vollbewertung
nein
Gesamturteil Biasrisiko
einige Bedenken
Begründung

Einzelne Biomarkerprobe.

9. Bewertung der statistischen Interpretation

Neu berechnete Äquivalenz: etwa 31 g Trockenreis/Tag entsprechen 1 L/Tag Wasser mit 10 ug/L (stats/C-GRN-06).

10. Relevanz für die konkrete Aussage

Zeigt, dass Reis die Arsenexposition messbar erhöht, und widerspricht damit der Behauptung, die Bedenken seien unbegründet.

11. Unabhängige Gegenbefunde

Exposition ist kein Schaden; I-GRN-115/I-GRN-118 fanden bei den Verzehrmengen in den USA keinen Zusammenhang mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder einen klaren Zusammenhang mit Krebs.

12. Übertragbarkeit auf Deutschland und Europa

Moderat.

13. Methodisches Gesamturteil

Solide Evidenz zur Exposition.

Mehrdimensionale Bewertung
Mehrdimensionale Bewertung
Authentizität der Quelleverifiziert
Methodische Qualitätmoderat
Biasrisikoeinige Bedenken
Präzision der Ergebnissemoderat
Direkte Relevanzdirekt
Reproduzierbarkeitrepliziert
Konsistenz mit der Gesamtevidenzkonsistent
Regionale Übertragbarkeitmoderat
Angemessenheit der Interpretation (durch das Archiv)nicht anwendbar

14. Offene Fragen

Exposition durch ägyptischen Reis.

15. Verknüpfte Faktenchecks