Randomisierte kontrollierte Studieunabhängige Gegenprüfungnur Abstract geprüft★ wichtige Studie I-INS-05 Tiefenprüfung

Glargin und Krebs in einer randomisierten Studie

The association of basal insulin glargine and/or n-3 fatty acids with incident cancers in patients with dysglycemia.

Kurzüberblick

Bordeleau L et al.. Diabetes Care 2014 · PMID 24574355 · DOI 10.2337/dc13-1468

Die Krebsraten waren mit Glargin und Standardversorgung identisch (jeweils 1,32 pro 100 Personenjahre).

Unterstützt die Studie die konkrete Behauptung? Nein · Methodische Qualität: hoch

Originalpublikation

Verständliche Zusammenfassung

Studie einfach erklärt
Was wollten die Forschenden herausfinden?

Wirkung von Glargin und n-3-Fettsäuren auf neu auftretende Krebserkrankungen

Wie wurde die Studie durchgeführt?

Krebs-Substudie der faktoriellen 2x2-RCT ORIGIN

Wie viele Menschen, Tiere oder Proben wurden untersucht?

12.537 (953 Krebsereignisse); Dysglykämie mit hohem kardiovaskulärem Risiko, mittleres Alter 63,5

Was wurde tatsächlich festgestellt?

Kein Unterschied bei irgendeinem Krebsendpunkt.

Wie groß war der beobachtete Effekt?

1,32 vs. 1,32 pro 100 PJ

Was bedeuten die Ergebnisse im Alltag?

Glargin erhöht Krebs innerhalb von 6 Jahren nicht.

Welche Einschränkungen hat die Studie?

Industriefinanzierung; 6 Jahre könnten für manche Krebsarten kurz sein

Was sagt sie über Elawadys konkrete Behauptung aus?

Widerspricht C-INS-06 und C-INS-05 (Krebs).

Gelten die Ergebnisse auch für Deutschland und Europa?

Multinationale Studie mit europäischen Studienzentren oder direkt auf die Praxis in der EU übertragbar.

Was lässt sich aus dieser Studie ausdrücklich nicht schließen?

Effekte nach vielen Jahrzehnten.

Wissenschaftliche Detailprüfung

1. Vollständige Quellenangabe

Autorinnen und Autoren
Bordeleau L et al.
Fachzeitschrift
Diabetes Care
Jahr
2014
Identifikator
PMID 24574355 DOI 10.2337/dc13-1468
Verifizierung
verifiziert – PubMed efetch 2026-10-25 (this agent)
Zurückgezogen
nein
Korrekturen
keine
Geprüfter Umfang
nur Abstract
Interessenkonflikte und Finanzierung

ORIGIN wurde von Sanofi finanziert (laut Hauptpublikation).

2. Forschungsfrage

Wirkung von Glargin und n-3-Fettsäuren auf neu auftretende Krebserkrankungen

3. Studiendesign und Population

Studiendesign
Randomisierte kontrollierte Studie – Krebs-Substudie der faktoriellen 2x2-RCT ORIGIN
Population

Dysglykämie mit hohem kardiovaskulärem Risiko, mittleres Alter 63,5

Land

International

Zeitraum

Median 6,2 Jahre

Stichprobengröße

12.537 (953 Krebsereignisse)

Ein- und Ausschlusskriterien

Wie im Abstract beschrieben; Details im Abstract nicht verfügbar.

4. Methoden und Endpunkte

Exposition / Intervention

Insulin glargin

Vergleichsgruppe

Standardversorgung

Endpunkte

Neue oder wiederkehrende adjudizierte Krebserkrankung; Krebstod; Subtypen

Statistische Methoden

Cox

5. Tatsächliche Ergebnisse

Ergebnisse

Krebsinzidenz 1,32 vs. 1,32 pro 100 Personenjahre (P=0,97); keine Interaktionen in Untergruppen; Krebssterblichkeit und einzelne Krebsarten nicht unterschiedlich; HbA1c, Metformin und BMI beeinflussten die Ergebnisse nicht.

Absolute Risiken

nicht berichtet

Schlussfolgerung der Autorinnen und Autoren

Glargin und n-3-Fettsäuren zeigen neutrale Zusammenhänge mit den Gesamt- und krebsspezifischen Endpunkten.

6. Stärken

  • Randomisiert
  • Adjudizierte Krebserkrankungen
  • Lange Nachbeobachtung

7. Schwächen

  • Industriefinanzierung
  • 6 Jahre könnten für manche Krebsarten kurz sein

8. Risiko systematischer Verzerrungen

Orientierendes Instrument
RoB 2
Art der Einschätzung
vereinfachte Einschätzung (nur Abstract)
Formale Vollbewertung
nein
Gesamturteil Biasrisiko
einige Bedenken
Begründung

Offen (open-label); adjudiziert.

9. Bewertung der statistischen Interpretation

Präziser Nullbefund.

10. Relevanz für die konkrete Aussage

Widerspricht C-INS-06 und C-INS-05 (Krebs).

11. Unabhängige Gegenbefunde

A-INS-04.

12. Übertragbarkeit auf Deutschland und Europa

Multinationale Studie mit europäischen Studienzentren oder direkt auf die Praxis in der EU übertragbar.

13. Methodisches Gesamturteil

Stärkste Evidenz zu Glargin und Krebs: kein Effekt.

Mehrdimensionale Bewertung
Mehrdimensionale Bewertung
Authentizität der Quelleverifiziert
Methodische Qualitäthoch
Biasrisikoeinige Bedenken
Präzision der Ergebnissehoch
Direkte Relevanzdirekt
Reproduzierbarkeitteilweise repliziert
Konsistenz mit der Gesamtevidenzkonsistent
Regionale Übertragbarkeithoch
Angemessenheit der Interpretation (durch das Archiv)nicht anwendbar

14. Offene Fragen

Keine über die genannten hinaus.

15. Verknüpfte Faktenchecks