Metaanalyseunabhängige GegenprüfungAbstract geprüft I-SUP-110 Tiefenprüfung

Kalziumtabletten und Herzerkrankungen: Metaanalyse

Calcium Supplements and Risk of Cardiovascular Disease: A Meta-Analysis of Clinical Trials.

Kurzüberblick

Myung SK et al.. Nutrients 2021 · PMID 33530332 · DOI 10.3390/nu13020368

In einer Zusammenfassung von 13 placebokontrollierten Studien gingen Kalziumtabletten mit etwa 15 % mehr Herz-Kreislauf-Erkrankungen einher, vor allem bei gesunden Frauen nach den Wechseljahren.

Unterstützt die Studie die konkrete Behauptung? Ja · Methodische Qualität: moderat

Originalpublikation

Verständliche Zusammenfassung

Studie einfach erklärt
Was wollten die Forschenden herausfinden?

Prüfen, ob Calciumtabletten das Risiko für Herzerkrankungen erhöhen.

Wie wurde die Studie durchgeführt?

Metaanalyse doppelblinder Studien.

Wie viele Menschen, Tiere oder Proben wurden untersucht?

13 Studien, etwa 43.000 Menschen.

Was wurde tatsächlich festgestellt?

Etwa 15 % mehr Herz-Kreislauf-Erkrankungen und KHK.

Wie groß war der beobachtete Effekt?

Herz-Kreislauf-Erkrankungen RR 1,15 (1,06–1,25).

Was bedeuten die Ergebnisse im Alltag?

Calciumtabletten erhöhen das Herzrisiko möglicherweise leicht.

Welche Einschränkungen hat die Studie?

Herzerkrankungen waren nicht das Hauptziel der Studien.

Was sagt sie über Elawadys konkrete Behauptung aus?

Stützt die Richtung von C-SUP-04.

Gelten die Ergebnisse auch für Deutschland und Europa?

Übertragbar.

Was lässt sich aus dieser Studie ausdrücklich nicht schließen?

Klärt die Frage nicht abschließend; andere Analysen kommen zu anderen Ergebnissen.

Wissenschaftliche Detailprüfung

1. Vollständige Quellenangabe

Autorinnen und Autoren
Myung SK et al.
Fachzeitschrift
Nutrients
Jahr
2021
Identifikator
PMID 33530332 DOI 10.3390/nu13020368 · PMC7910980
Verifizierung
verifiziert – PubMed efetch 2026-10-26; Crossref works API 2026-10-26
Zurückgezogen
nein
Korrekturen
keine
Geprüfter Umfang
nur Abstract
Interessenkonflikte und Finanzierung

COI-Erklärung im Datensatz: The authors declare no conflict of interest.

2. Forschungsfrage

Erhöhen Calciumpräparate das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen?

3. Studiendesign und Population

Studiendesign
Metaanalyse – Metaanalyse doppelblinder, placebokontrollierter RCTs
Population

Erwachsene in doppelblinden RCTs zu Calciumpräparaten (überwiegend Frauen nach den Wechseljahren)

Land

Multinational

Zeitraum

Suche November 2020

Stichprobengröße

13 RCTs; 28.935 Teilnehmende in den Interventionsgruppen und 14.243 in den Kontrollgruppen

Ein- und Ausschlusskriterien

Doppelblinde, placebokontrollierte RCTs

4. Methoden und Endpunkte

Exposition / Intervention

Calciumpräparate (mit oder ohne Vitamin D)

Vergleichsgruppe

Placebo

Endpunkte

Herz-Kreislauf-Erkrankungen, koronare Herzkrankheit, zerebrovaskuläre Erkrankung

Statistische Methoden

Metaanalyse mit Random-Effects-Modell; Subgruppenanalysen

5. Tatsächliche Ergebnisse

Ergebnisse

Calciumpräparate erhöhten Herz-Kreislauf-Erkrankungen (RR 1,15, 1,06–1,25; I2 0 %) und KHK (RR 1,16, 1,05–1,28; I2 0 %), und zwar speziell bei gesunden Frauen nach den Wechseljahren; Subgruppe: Calcium aus der Nahrung von 700–1000 mg/Tag oder zusätzlich 1000 mg/Tag erhöhte das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und KHK.

Absolute Risiken

im Abstract nicht angegeben

Schlussfolgerung der Autorinnen und Autoren

Calciumpräparate erhöhten das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei gesunden Frauen nach den Wechseljahren um etwa 15 %.

6. Stärken

  • Beschränkt auf doppelblinde, placebokontrollierte Studien
  • Keine Heterogenität

7. Schwächen

  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen waren in den eingeschlossenen Studien meist sekundäre Endpunkte
  • Überschneidung mit den Analysen von Bolland
  • Subgruppenanalysen

8. Risiko systematischer Verzerrungen

Orientierendes Instrument
AMSTAR 2
Art der Einschätzung
vereinfachte Einschätzung (nur Abstract)
Formale Vollbewertung
nein
Gesamturteil Biasrisiko
einige Bedenken
Begründung

Nur Abstract geprüft; die Erfassung der Endpunkte in den Ausgangsstudien war nicht auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen ausgelegt.

9. Bewertung der statistischen Interpretation

Die KI sind log-symmetrisch (stats/C-SUP-04_calcium.py). Dieselbe Autorengruppe wie I-SUP-115 (Myung).

10. Relevanz für die konkrete Aussage

Stützt einen mäßigen Überschuss an Herz-Kreislauf-Erkrankungen unter Calciumpräparaten (mit oder ohne Vitamin D), in Übereinstimmung mit der Richtung der Behauptung.

11. Unabhängige Gegenbefunde

I-SUP-112 (Sim 2023, 12 RCTs) und I-SUP-06 (Chung 2016) fanden keinen Zusammenhang.

12. Übertragbarkeit auf Deutschland und Europa

Übertragbar.

13. Methodisches Gesamturteil

Liefert zusätzliche Stützung, aber die Evidenz bleibt widersprüchlich.

Mehrdimensionale Bewertung
Mehrdimensionale Bewertung
Authentizität der Quelleverifiziert
Methodische Qualitätmoderat
Biasrisikoeinige Bedenken
Präzision der Ergebnissemoderat
Direkte Relevanzdirekt
Reproduzierbarkeitteilweise repliziert
Konsistenz mit der Gesamtevidenzinkonsistent
Regionale Übertragbarkeithoch
Angemessenheit der Interpretation (durch das Archiv)nicht anwendbar

14. Offene Fragen

Ob die Wirkung von Calcium aus der Nahrung und vom Dosierungsmuster abhängt.

15. Verknüpfte Faktenchecks