Kohortenstudieunabhängige GegenprüfungAbstract geprüft I-ORG-122 Standardprüfung
Verändern Operationen an Mandeln und Rachenmandel spätere Infektionen bei Kindern?
Adenotonsillectomy Does not Alter the Risk of Upper Airway Infections in Children.
Kurzüberblick
Kim JY et al.. Laryngoscope 2021 · PMID 33720418 · DOI 10.1002/lary.29506
Über 9 Jahre hatten operierte Kinder genauso viele Infektionen der oberen Atemwege wie vergleichbare Kinder ohne Operation.
Unterstützt die Studie die konkrete Behauptung? Nein · Methodische Qualität: moderat
Verständliche Zusammenfassung
Studie einfach erklärt
- Was wollten die Forschenden herausfinden?
Prüfen, ob eine Adenotonsillektomie spätere Infektionen verändert
- Wie wurde die Studie durchgeführt?
Gematchte Bevölkerungskohorte mit Äquivalenztest
- Wie viele Menschen, Tiere oder Proben wurden untersucht?
2377 operierte koreanische Kinder und etwa 9000 Kontrollen
- Was wurde tatsächlich festgestellt?
Kein Unterschied bei Rachenentzündung, Nasennebenhöhlenentzündung oder Ohrinfektionen
- Wie groß war der beobachtete Effekt?
Äquivalent innerhalb von ±0,5 Besuchen
- Was bedeuten die Ergebnisse im Alltag?
Die Operation erhöhte spätere Atemwegsinfektionen nicht
- Welche Einschränkungen hat die Studie?
Abrechnungsdaten; nur Kinder
- Was sagt sie über Elawadys konkrete Behauptung aus?
Widerspricht der Behauptung
- Gelten die Ergebnisse auch für Deutschland und Europa?
Mäßig
- Was lässt sich aus dieser Studie ausdrücklich nicht schließen?
Kann das Erwachsenenalter nicht beurteilen
Wissenschaftliche Detailprüfung
1. Vollständige Quellenangabe
- Autorinnen und Autoren
- Kim JY et al.
- Fachzeitschrift
- Laryngoscope
- Jahr
- 2021
- Identifikator
- PMID 33720418 DOI 10.1002/lary.29506
- Verifizierung
- verifiziert – PubMed efetch 2026-10-26; Crossref works API 2026-10-26
- Zurückgezogen
- nein
- Korrekturen
- keine
- Geprüfter Umfang
- nur Abstract
- Interessenkonflikte und Finanzierung
Nichtkommerzielle Förderung (PubMed).
2. Forschungsfrage
Verändert eine Adenotonsillektomie im Kindesalter die spätere Häufigkeit von Infektionen der oberen Atemwege?
3. Studiendesign und Population
- Studiendesign
- Kohortenstudie – Bevölkerungsbasierte Nachbeobachtungsstudie mit per Propensity Score gematchten Kontrollen (Korean NHIS National Sample Cohort); Äquivalenztest
- Population
Kinder < 10 Jahre mit Adenotonsillektomie und gematchte Kontrollen
- Land
Südkorea
- Zeitraum
Nachbeobachtungsjahre 1-9 nach der Operation
- Stichprobengröße
2377 Operierte; Kontrollen 9204 (APT), 9196 (ARS), 8788 (AOM)
- Ein- und Ausschlusskriterien
Kinder < 10 Jahre in der NHIS-Stichprobenkohorte
4. Methoden und Endpunkte
- Exposition / Intervention
Adenotonsillektomie
- Vergleichsgruppe
Per Propensity Score gematchte Kinder mit denselben Infektionsdiagnosen (1:4)
- Endpunkte
Krankenhausbesuche wegen akuter Pharyngotonsillitis, Rhinosinusitis und Mittelohrentzündung
- Statistische Methoden
Äquivalenztest (Grenze -0,5 bis 0,5 Besuche)
5. Tatsächliche Ergebnisse
- Ergebnisse
Keine signifikanten Unterschiede in der Inzidenz von Pharyngitis, Rhinosinusitis oder Mittelohrentzündung zwischen operierten und Kontrollkindern vom ersten bis zum neunten postoperativen Jahr (innerhalb der Äquivalenzgrenze). Die Besuche gingen in beiden Gruppen im Laufe der Zeit zurück.
- Absolute Risiken
Nicht berichtet
- Schlussfolgerung der Autorinnen und Autoren
Die Adenotonsillektomie verändert die Häufigkeit von Infektionen der oberen Atemwege bei Kindern nicht.
6. Stärken
- Gematchter Vergleich mit Kindern, die dieselben Infektionen hatten
- Lange Nachbeobachtung
7. Schwächen
- Abrechnungsdaten
- Endpunkt = Besuche, nicht Schweregrad
- Ergebnisse im Erwachsenenalter nicht untersucht
8. Risiko systematischer Verzerrungen
- Orientierendes Instrument
- ROBINS-E
- Art der Einschätzung
- vereinfachte Einschätzung (nur Abstract)
- Formale Vollbewertung
- nein
- Gesamturteil Biasrisiko
- einige Bedenken
- Begründung
Das Matching nach früheren Infektionen verringert im Vergleich zu Byars 2018 das Confounding durch die Indikation.
9. Bewertung der statistischen Interpretation
Ein Äquivalenzdesign ist für die Schlussfolgerung „keine Veränderung“ angemessen.
10. Relevanz für die konkrete Aussage
Widerspricht direkt der Behauptung, dass eine Adenotonsillektomie im Kindesalter spätere Erkrankungen der oberen Atemwege erhöht, zumindest bis zu 9 Jahren.
11. Unabhängige Gegenbefunde
Byars 2018 (A-ORG-01) fand ein RR von etwa 2-3 für Erkrankungen der oberen Atemwege bis zum Alter von 30 Jahren.
12. Übertragbarkeit auf Deutschland und Europa
Koreanisch; die Biologie ist übertragbar.
13. Methodisches Gesamturteil
Wichtige widersprechende Evidenz aus einem Design mit besserer Kontrolle der Indikation.
| Mehrdimensionale Bewertung | |
|---|---|
| Authentizität der Quelle | verifiziert |
| Methodische Qualität | moderat |
| Biasrisiko | einige Bedenken |
| Präzision der Ergebnisse | moderat |
| Direkte Relevanz | direkt |
| Reproduzierbarkeit | unbekannt |
| Konsistenz mit der Gesamtevidenz | inkonsistent |
| Regionale Übertragbarkeit | moderat |
| Angemessenheit der Interpretation (durch das Archiv) | nicht anwendbar |
14. Offene Fragen
Ergebnisse im Erwachsenenalter.
15. Verknüpfte Faktenchecks
- Die Entfernung von Polypen oder Mandeln in der Kindheit verdoppelt bis verdreifacht das Risiko für Erkrankungen der oberen Atemwege im späteren Leben (Byars 2018, 1,19 Millionen dänische Kinder). – Studien, die der Behauptung widersprechen oder sie einschränken
- Langzeitdaten aus Registern verbänden die Entfernung von Mandeln, Blinddarm, Gallenblase, Gebärmutter, Eierstöcken und Milz mit höheren Raten von Atemwegserkrankungen, Autoimmunität, Herz-Kreislauf-Ereignissen, Magen-Darm-Krebs und Demenz; jedes Organ leiste Arbeit, die der Körper nie vollständig ersetze. – Studien, die der Behauptung widersprechen oder sie einschränken